Erstellt am 09. Juni 2015, 13:21

von APA/Red

Nach Angriff auf Kinder in Justizanstalt gebracht. Der 51-jährige Oststeirer, der am Mittwoch vergangener Woche zwei Nachbarsmädchen, deren Mutter und einen weiteren Nachbarn schwer verletzt hatte, ist in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert worden.

Von dem Versteck im Wald wurde der Mann in die Justizanstalt gebracht  |  NOEN, APA

Dies bestätigte Staatsanwaltschafts-Sprecher Hansjörg Bacher am Dienstag der APA. Der Mann war am Montagvormittag von Polizeihundestreifen in einem Wald in der Nähe des Tatortes gestellt worden.

Mann dürfte Tat "noch nicht ganz begriffen haben"

Der Mann habe sich bei den bisherigen Einvernahmen - unter der Anschuldigung des versuchten Mordes - kooperativ gezeigt. "Er dürfte aber noch nicht ganz begriffen haben, was er da angerichtet hat", sagte Ermittler Wolfgang Summer von Landeskriminalamt gegenüber der APA.

Als Motiv für die Tat habe der Oststeirer angegeben, dass er einen Hass auf die Mutter der beiden Mädchen entwickelt habe. Zuerst hatte er nämlich eine Beziehung zu den beiden Kindern aufgebaut, dann hätten diese aber nicht mehr so oft zu ihm gehen dürfen. Daraufhin habe der Mann der Mutter einen "Denkzettel" verpassen wollen, der Angriff mit einer selbst konstruierten Morgenstern-ähnlichen Waffe sei eskaliert.

Der 51-Jährige war seit der Tat auf der Flucht und hatte meistens im Freien übernachtet, in einem Wasserschloss einer Quellfassung, in einem Hackschnitzelhaufen am Waldrand und in jenem mit Holz und Laub getarnten Erdloch in einem Wald zwischen Paldau und Unterstorcha, in dessen Nähe er schließlich von einer Polizeihundestreife geschnappt wurde.

Tatrekonstruktion ist der nächste Schritt

Der Mann war abgemagert, so Summer, er hatte in den vergangenen Tagen wenig gegessen. Dass der mutmaßliche Täter ein Stofftier bei sich gehabt haben soll, wurde von dem Kriminalisten nicht bestätigt. Die Erhebungen seien weiter im Laufen. Laut Staatsanwaltschaft wäre eine Tatrekonstruktion der nächste Schritt.

Die betroffenen Familien im Bezirk Südoststeiermark sind laut "Kleine Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) erleichtert, dass der Beschuldigte gefasst wurde. "Wir haben Angst gehabt, dass er uns die Häuser anzünden könnte", so der Vater der beiden Mädchen.

Er hatte zuletzt Brandmelder am Haus montiert. Seine Lebensgefährtin sowie die achtjährige Tochter werde er nun nach Hause holen. Auch die Nachbarsfamilie war vorübergehend bei Verwandten untergekommen und wird nun wieder zurückkehren. Das schwer verletzte fünfjährige Mädchen muss noch im Spital bleiben.

Gutes Verhältnis zu den Nachbarn

Der 51-jährige Oststeirer hatte vor der Attacke auf die Familie und den Nachbarn ein gutes Verhältnis zu den beiden Mädchen. Das änderte sich, als in ein neues Nachbarhaus ein zwölfjähriger Bursche eingezogen war und die Schwestern immer öfter mit ihm spielten.

Der selbstständige Tischler war am Mittwoch auf die Mädchen losgegangen und hatte der Fünfjährigen schwerste Verletzungen zugefügt. Ihre Schwester sowie die Mutter und ein weiterer Nachbar, der helfen wollte, waren ebenfalls verletzt worden.