Erstellt am 26. April 2014, 20:11

OSZE-Beobachter in der Ukraine festgesetzt. In der Ukraine hält das Tauziehen rund um die am Freitag gefangen genommenen OSZE-Militärbeobachter auch am Samstag an.

Man werde die 13 Mitglieder des militärischen OSZE-Beobachterteams nicht einfach freilassen, sei aber bereit, sie gegen pro-russische Gefangene auszutauschen, sagte der selbsternannte Bürgermeister der ostukrainischen Stadt Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, am Samstag. "Diese Menschen sind Berufssoldaten - im Unterschied zu einem OSZE-Team, mit dem ich mich vor kurzem normal unterhalten habe", sagte Ponomarjow in einem Interview mit russischen Medien. Zuvor hatte er die Gruppe als "Kriegsgefangene" bezeichnet.

Die OSZE entsandte eine Gruppe von Unterhändlern, um vor Ort die Freilassung der Verschleppten zu erreichen. Das militärische Beobachtungsteam umfasst laut OSZE-Angaben vier Deutsche sowie jeweils ein Mitglied aus Tschechien, Dänemark, Polen and Schweden und dürfte von mehreren ukrainischen Soldaten begleitet worden sein. Sie sollen nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes "unter unmenschlichen Bedingungen im Keller des Terroristen-Hauptquartiers festgehalten" werden. Einer der Beobachter brauche "unverzüglich medizinische Hilfe". Dieser leide unter Diabetes, verfüge jedoch über die nötigen Medikamente, konterten die Geiselnehmer.

Nach Angaben des deutschen Außenministers Frank Walter Steinmeier, bot auch der russische Außenminister Sergej Lawrow seine Unterstützung in den Verhandlungen mit den Geiselnehmern an. Bisher habe die russische Regierung keinen Kontakt zu ihm aufgenommen, sagte hingegen Ponomarjow. Auch US-Außenminister John Kerry telefonierte mit Lawrow. Letzterer soll Kerry dabei laut russischen Angaben aufgefordert haben, bei der ukrainischen Regierung für eine Freilassung inhaftierter prorussischer Protestführer zu werben.