Erstellt am 30. Mai 2014, 10:46

von APA Red

OSZE-Beobachter in Ostukraine angeblich frei. Separatisten in der Ostukraine haben nach eigener Darstellung am Freitag vier verschleppte OSZE-Beobachter wieder auf freien Fuß gesetzt.

Sie seien verwarnt worden, sich künftig nicht mehr ohne Voranmeldung auf dem Gebiet der selbst ernannten "Volksrepublik Lugansk" aufzuhalten, sagte Separatistenführer Alexej Tschmilenko der Agentur Interfax. Eine offizielle Bestätigung von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gab es zunächst nicht.

Die ukrainische Regierung will ungeachtet militärischer Rückschläge und massiver Warnungen aus Russland ihre Offensive gegen die Separatisten im Osten des Landes mit aller Härte fortsetzen. "Unsere Aufgabe ist es, Frieden und Ordnung in die Region zu bringen", sagte der Verteidigungsminister Michailo Kowal am Freitag in Kiew. Er warf Russland erneut vor, verdeckte militärische Einsätze auf Seiten der Rebellen zu steuern. Er kündigte an, das ukrainische Militär werde die Einsätze im Grenzgebiet zu Russland fortsetzen, bis dort Normalität eingekehrt sei.

Die Separatisten haben am Donnerstag mit dem Abschuss eines Armee-Hubschraubers den Regierungstruppen einen der schwersten Verluste seit Beginn der Kämpfe zugefügt. Dabei wurden mindestens 12 Soldaten getötet, darunter ein General. Die Kiewer Regierung erklärte, der Helikopter sei nahe Slawjansk mit russischen Luftabwehrraketen beschossen worden. Die Rebellen haben seit Anfang April die Kontrolle über die Stadt und hielten seit Montag auch vier OSZE-Beobachter als Geiseln fest.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat Russland indessen zum Abzug weiterer Soldaten von der Grenze zur Ukraine aufgefordert. Es sei ein vielversprechendes Signal, dass Tausende Soldaten abgerückt seien, sagte Hagel am Donnerstag vor Journalisten. "Wir wissen aber auch, dass immer noch Tausende russische Truppen dort sind und bisher nicht bewegt wurden", fügte er hinzu.

Russland müsse jedoch sämtliche Soldaten abziehen, die entlang der Grenze in den vergangenen Monaten stationiert worden seien, forderte Hagel. Der Westen wirft Russland vor, zur Destabilisierung der Ostukraine beizutragen und prorussische Separatisten zu unterstützen. Die Regierung in Moskau hat dies zurückgewiesen. Der Aufmarsch russischer Soldaten entlang der Grenze zur Ukraine hatte Sorgen geschürt, dass ein Militäreinsatz in Vorbereitung sein könnte.