Erstellt am 09. Mai 2014, 12:27

Panne bei Mathe-Zentralmatura an einigen AHS. Die an 48 Schulen laufende Zentralmatura im Fach Mathematik ist am Freitag an fünf Wiener AHS kurz unterbrochen worden.

In den verteilten Testheften des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie) waren nur acht statt 24 Aufgaben vorhanden. Das erfuhr die APA aus informierten Kreisen - im Bifie bestätigte man das Problem. Mittlerweile laufe die Matura wieder normal.

In einem Mail des Bifie an alle am Schulversuch teilnehmenden Schulen ist von einem "Fehldruck in einigen Paketen" im AHS-Bereich die Rede. Bifie-Direktor Martin Netzer bestätigte das Problem gegenüber der APA. In einem Teil der Testpakete sei nur ein Drittel der vorgesehenen Ausgaben ausgedruckt gewesen. Betroffen seien ausschließlich Wiener Schulen, so Netzer.

Die fehlenden Aufgaben mussten von den Direktoren daher aus dem Internet heruntergeladen und kopiert werden. Für die Schüler wurde die Arbeit nach Absolvierung der acht vorhandenen Aufgaben unterbrochen und nach einer Pause fortgesetzt. Am Schulversuch zur Mathematik-Zentralmatura nehmen österreichweit 28 AHS und 20 BHS teil.

Indes fordern die Grünen, dass die Zentralmatura künftig vom Bildungsministerium selbst durchgeführt werden soll. Die "unfassbare Schlamperei" bei der Mathematik-Klausur müsse Konsequenzen haben, so Bildungssprecher Harald Walser.

"Es war von vorneherein unverantwortlich, dass eine hoheitliche Aufgabe nicht vom Ministerium selbst durchgeführt wird. Nach der Pannenserie aber ist nun wohl endgültig klar, dass das Bundesinstitut für Bildungsforschung nicht länger mit der Durchführung der Reifeprüfung betraut werden kann", so Walser. Bei der Benotung der Schüler müssten die erschwerenden Umstände berücksichtigt werden.

Die FPÖ forderte Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek zum Rücktritt auf. Außerdem solle das Bifie sofort aufgelöst werden, so der Wiener FP-Bildungssprecher Dominik Nepp. "Wenn man nicht einmal erwarten kann, dass Prüfungsaufgaben ordnungsgemäß ausgedruckt verschickt werden, so fehlt jede Berechtigung für den Fortbestand dieser Millionen Euro teuren, unnötigen Organisation."