Erstellt am 24. Mai 2014, 16:16

von APA/Red

Papst tief beunruhigt über Lage im Nahen Osten. Papst Franziskus hat zum Auftakt seiner Pilgerreise ins Heilige Land seine tiefe Besorgnis über die Konflikte in der Region geäußert.

Er nehme "voll Schmerz das Andauern starker Spannungen im Nahen Osten" wahr, sagte der Pontifex am Samstag bei einer Rede im Königspalast in der jordanischen Hauptstadt Amman. Der Besuch des mitgereisten Maronitenführers, Beshara Rai, erzürnte indes die Hisbollah.

Der Papst sprach dem Haschemitenreich und allen anderen Menschen der Region zugleich Mut zu, "sich weiterhin in der Suche nach dem ersehnten dauerhaften Frieden für die gesamte Region zu engagieren". Den könne es nur bei einer "friedlichen Lösung der syrischen Krise wie auch einer gerechten Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt", geben, mahnte Franziskus im Königspalast in Amman. Dort hatte ihn zuvor König Abdullah II. auf der ersten Station seiner knapp dreitägigen Pilgerreise empfangen. Am Flughafen hatten ihn bereits etwa 6.000 Menschen jubelnd begrüßt.

Tiefer Respekt und Achtung für muslimische Gemeinschaft

Zugleich äußerte der Papst "tiefen Respekt und Achtung für die muslimische Gemeinschaft". Und würdigte die Religionsfreiheit und die Rolle der christlichen Minderheit in Jordanien. Sie leiste mit ihren Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung Jordaniens. Er rief jedoch dazu auf, die Religionsfreiheit und Bürgerrechte der in einigen anderen Ländern der Region verfolgten Christen zu gewährleisten.

Ausdrücklich lobte Franziskus die Anstrengungen des Königreiches bei der Versorgung Hunderttausender Flüchtlinge aus dem Irak und vor allem aus Syrien. "Diese Aufnahme verdient die Würdigung und die Unterstützung der Internationalen Gemeinschaft", sagte der Pontifex. Die katholische Kirche werde sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten in der Hilfe für die Flüchtlinge und die Notleidenden engagieren, vor allem durch die Caritas Jordanien.

In Jordanien stand nach dem Treffen mit dem König eine Messe im internationalen Stadion auf dem Programm. Schon Stunden vorher warteten dort Zehntausende mit Gesängen auf den Papst. Daran sollte sich ein Besuch der möglichen Taufstätte Jesu Christi am Jordan-Fluss und eine Begegnung mit Flüchtlingen anschließen.

Reise führt noch bis nach Israel

Die Reise führt den Papst bis Montag noch in die Palästinensergebiete und nach Israel. Dort ist am Sonntag ein ökumenisches Treffen in der Grabeskirche aus Anlass des historischen Treffens von Papst Paul VI. mit dem orthodoxen Patriarchen Athenagoras vor 50 Jahren in Jerusalem geplant.

Erstmals besucht anlässlich der Nahostreise des Papstes mit Patriarch Rai unterdessen auch ein religiöser Führer aus dem Libanon das verfeindete Israel. Die radikale Schiitenmiliz Hisbollah reagierte verärgert und mit unterschwelligen Drohungen. Die Reise absagen wollte Rai deswegen nicht: "Es ist ein religiöser, kein politischer Besuch, wenn sich der Papst in meine Diözese begibt, ist es normal, dass ich ihn dort begrüße", verteidigte er seinen Entschluss.