Erstellt am 02. Februar 2015, 20:39

Pegida-Kundgebung von Polizei beendet. Nichts wird es offenbar mit dem ersten Marsch von "Pegida Wien". Nachdem Gegendemonstranten mehr als 1,5 Stunden den Abmarsch des Islam-feindlichen Zugs von der Freyung verhindert hatten, hat die Polizei die Kundgebung aufgelöst.

Mittels Lautsprecher wurden die "Pegida"-Aktivisten und Gegner aufgefordert auseinanderzugehen. Ansonsten würden Identitätsfeststellungen und Anzeigen vorgenommen. Über einen prominenten Unterstützer verfügt die Initiative "Pegida Wien". Der frühere Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ) hat sich die Versammlung der Islam-feindlichen Organisation nicht entgehen lassen.

Verstöße gegen das Verbotsgesetz

Unangenehm fielen "Pegida"-Befürworter durch das Zeigen des Hitler-Gruß, teils direkt neben Exekutivbeamten, auf. Die Polzei twitterte dazu, alle Einsatzkräfte seien angewiesen, Verstöße gegen das Verbotsgesetz zu ahnden, "falls der Zugriff möglich ist".

Die Organisatoren der "Pegida"-Kundgebung wollen im Scheitern des "Spaziergangs" durch die Innenstadt keine Niederlage erkennen. Das zumindest wurde den Teilnehmern via Megafon kundgetan. Gleichzeitig versicherte ein "Pegida-"Sprecher: "Wir werden wiederkommen."

Neue Kundgebgung nächste Woche

Sprecher Georg Immanuel Nagel konkretisierte, dass bereits kommende Woche eine neue Kundgebung geplant sei, an welchem Tag ließ er offen. Es sei gelungen, ein "starkes Zeichen" zu setzen. Kritisiert wurde von Nagel, dass "Krawallmacher aus Deutschland" angereist seien, um den Marsch zu verhindern.

Buh-, "Diktatur"- und "Lügenpresse"-Rufe waren davor laut geworden, als die "Pegida"-Fans darüber informiert wurden, dass die Polizei die Kundgebung aufgelöst hat. Tatsächlich gelang es der Exekutive in den Abendstunden auch immer besser, die Gruppen voneinander zu trennen. Standen sie sich zunächst nur in einem Abstand von etwa zehn Metern gegenüber, hatte sich die Distanz innerhalb kürzester Zeit verdreifacht. Viele der "Pegida"-Anhänger traten auch freiwillig die Heimreise an.

Die offizielle Gegendemonstration gegen den Pegida-Marsch ging indes kurz vor 19.00 Uhr am Stephansplatz ohne Zwischenfälle zu Ende. Nachdem der Demonstrationszug mit rund 5.000 Teilnehmern sein Ziel erreicht hatte, waren noch einige Reden geplant.