Kirchstetten

Update am 19. Oktober 2016, 10:23

von APA Red und Renate Hinterndorfer

Pfleger quälten Patienten! Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Bestürzung ist groß: Im Pflegezentrum Clementinum in Kirchstetten (Bezirk St. Pölten) soll es zu Übergriffen auf Klienten gekommen sein. Einer Patientin soll Haarspray ins Gesicht gesprüht worden sein, Kot soll in einen Mund gestopft worden sein.

NÖN, Renate Hinterndorfer

Vier Beschäftigte – ein Mann und drei Frauen – wurden sofort entlassen.  Eine Mitarbeiterin der Einrichtung hatte den Verdacht gemeldet.

„Wir haben die Mitarbeiter dann sofort aus dem Dienst genommen“, sagt Pressesprecher Christian Zwittnig. Der Verdacht habe sich erhärtet, es wurde Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt.

Bürgermeister zeigt sich gegenüber der NÖN erschüttert

Auf einer von insgesamt drei Stationen des Pflegeheims soll es zu den Übergriffen gekommen sein. Zwittnig: „Es geht um eine kleine Gruppe, die sich sehr falsch verhalten haben dürfte. Wir sind sehr betroffen und schockiert und haben so schnell es ging gehandelt. Wir sind ja um Qualität bemüht.“

Bei den Patienten, die gequält worden sein dürften handelt es sich um Menschen, die sich nicht artikulieren können. „Da ist es natürlich schwer dahinterzukommen, wenn etwas nicht stimmt“, so Pressesprecher Christian Zwittnig.

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat "gegen mehrere ehemalige Pflegekräfte" eines privaten Pflegeheimes im Bezirk St. Pölten ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gehe um den Verdacht des Quälens oder Vernachlässigens wehrloser Personen. Man sei über den Vorfall "schockiert", sagte der Sprecher des Pflegeheimes im Bezirk St. Pölten. 4 Pfleger wurden entlassen.  Im Bild das Pflegeheim in dem die Taten stattgefunden haben sollen.  |  APA/Roland Schlager

Erschüttert ist auch der Kirchstettener Bürgermeister Paul Horsak: „Es ist fürchterlich, ich habe das von der Geschäftsführung erfahren und nicht glauben können, dass so etwas möglich ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen so etwas tun können.“

Horsak betont, dass ihm die Sache für das Haus sehr leid tue: „Das ist ein tolles Haus, wo Großartiges geleistet wird. Ich bin froh, dass die Vorfälle ans Tageslicht gekommen sind, es wird alles aufgeklärt und nichts unter den Teppich gekehrt.“