Erstellt am 27. April 2014, 16:06

Philippinen unterzeichnen Militärabkommen mit USA. Angesichts des Gebietsstreits mit China wollen die Philippinen am Montag mit den Vereinigten Staaten ein Militärabkommen unterzeichnen, dass die Verstärkung der militärischen Zusammenarbeit erlaubt.

Das Verteidigungsministerium in Manila gab die geplante Unterzeichnung am Sonntag bekannt, wenige Stunden bevor US-Präsident Barack Obama in der philippinischen Hauptstadt eintreffen sollte.

Ein hoher Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats, der Obama auf seiner Reise in Südostasien begleitete, bestätigte die Angaben. Evan Medeiros sagte, es handle sich um "das bedeutendste Abkommen, das wir mit den Philippinen seit Jahrzehnten abgeschlossen haben". Es werde erlauben, mehr US-Soldaten im Land zu haben und verstärkt Marinebesuche und Militärübungen abzuhalten.

Medeiros bestritt aber, dass das Abkommen sich vor allem gegen China richte. Vielmehr seien die Philippinen als langjähriger militärischer Partner an einer verstärkten Kooperation interessiert.

Die beiden engen Verbündeten sind bereits durch einen Beistandspakt verbunden, doch haben die USA seit dem Jahr 1992 keine Truppenstützpunkte mehr im Land. Damals lehnte Manila es ab, die Pachtverträge für die beiden US-Basen zu verlängern. Angesichts eines zunehmend erbittert geführten Streits mit Peking um Teile des Südchinesischen Meeres sucht Manila aber seit einiger Zeit den engeren Schulterschluss mit seiner früheren Kolonialmacht.

US-Vertreter sagten, das auf zehn Jahre angelegte Abkommen werde vom philippinischen Verteidigungsminister und dem US-Botschafter in Manila, Philip Goldberg, unterzeichnet. Obamas Tour in der Region unterstreicht seine Absicht, die US-Außenpolitik in Zukunft stärker auf den Asien-Pazifik-Raum auszurichten. In diesem Zug wollen die USA im Mai auch ihre Militärpräsenz im australischen Darwin um 1150 Soldaten verstärken.