Erstellt am 14. April 2015, 21:11

von APA/Red

SPÖ feierte ihren 70. Geburtstag. Mit einem großen Festakt im Wiener Rathaus hat Dienstagabend die SPÖ ihren 70. Geburtstag begangen. Parteichef Werner Faymann strich vor den rund 500 Gästen die historischen Leistungen der Sozialdemokraten hervor und kritisierte, dass auch heute noch Neoliberale versuchten, den Wohlfahrtsstaat anzugreifen.

Parteichef Werner Faymann strich vor den rund 500 Gästen die historischen Leistungen der Sozialdemokraten hervor und kritisierte, dass auch heute noch Neoliberale versuchten, den Wohlfahrtsstaat anzugreifen.

Der Kanzler erinnerte daran, dass die SPÖ führend daran beteiligt war, den Staat aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs wiederaufzubauen und strich dabei die besondere Rolle seiner Partei hervor: "Es waren die Sozialdemokraten, die den Sozialstaat Stück für Stück aufgebaut haben."

Diesen zu sichern gilt es auch heute noch, betonte Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), denn: "Armut frisst Demokratie." Angesichts der Massenarbeitslosigkeit in Europa zeige sich, dass die Sozialdemokratie in dieser Phase genauso gebraucht werde, wie in jeder anderen Phase: "Die Sozialdemokratie ist notwendiger denn je."

Faymann kritisierte ohne den Koalitionspartner ÖVP direkt zu nennen, dass bei der Finanzierung des Staats Erbschaften weiter ausgeklammert würden. Zudem ärgerte sich der SPÖ-Chef, dass der Wunsch nach einer Wertschöpfungsabgabe abgeschmettert worden sei.

Europäische Lösungen seien notwendig

Klar ist für den Kanzler aber auch, dass die anstehenden Probleme nicht national gelöst werden könnten, denn auch die Finanzmärkte seien international. Daher gelte es, sich in europäischen Fragen zu engagieren.

Neben den Festrednern Faymann und Häupl hatte sich der Großteil von Bundes- und Wiener Landesregierung im Rathaus versammelt. Von den ehemaligen Parteivorsitzenden erschien dagegen bloß Altkanzler Franz Vranitzky. Der frühere Außenminister Erwin Lanc trug einen kurzen Text vor, in dem er schilderte, wie er als 14-Jähriger das Kriegsende und die Entstehung der SPÖ miterlebt hatte.

Nach feierlichem Absingen von Lied der Arbeit und Internationaler wurde zu guter Letzt im Arkadenhof des Rathauses eine Deklaration unterzeichnet, in der sich die SPÖ zu ihren Werten bekennt: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit sowie Solidarität.

SPÖ spricht sich gegen Ungerechtigkeit aus

Bereits zu Mittag hatten Faymann und Häupl in einer gemeinsamen Pressekonferenz den 70. Geburtstag ihrer Partei gewürdigt. Betont wurde von den Spitzen der SPÖ, dass die Verteilungsgerechtigkeit heute so bedeutend wie seit jeher sei und dass man Armut und Verelendung nicht zulassen dürfe.

Für die Pressekonferenz hatte die Partei nicht zufällig den Roten Salon des Wiener Rathaus ausgewählt. Denn genau in diesem Raum hatten sich vor knapp 70 Jahren Vertreter der Sozialdemokraten und der Revolutionären Sozialisten getroffen, um gemeinsam als neue politische Kraft den Wiederaufbau des Landes mitzugestalten.

Die heutige Festveranstaltungen waren der Auftakt zu einer politischen Jubiläumswoche. Mittwochnachmittag begeht der ÖGB sein 70-jähriges Gründungsjubiläum, am Freitag folgt die ÖVP mit einer entsprechenden Feierlichkeit.