Erstellt am 25. Mai 2016, 16:57

von APA/Red

Polizei begann mit Räumung des Camps von Idomeni. Die griechischen Behörden haben mit der Räumung des improvisierten Flüchtlingslagers von Idomeni begonnen. Einheiten der Bereitschaftspolizei sperrten das Lager am Dienstag in der Früh weiträumig ab.

Flüchtlinge werden in Bussen abtransportiert  |  NOEN, APA (AFP)

Am Vortag waren insgesamt 2.031 Menschen in staatliche Auffanglager gebracht worden. Im Idomeni befinden sich nach Angaben des Stabes für die Flüchtlingskrise noch etwas mehr als 6.000 Menschen. Griechische Medien berichteten dagegen, im Lager befänden sich deutlich weniger Menschen.

Zahlreiche Migranten verließen am Mittwoch auf eigene Faust das Lager. Sie sagten Reportern vor Ort, sie wollen nicht in organisierte Auffanglager gehen, weil sie befürchten, dass sie damit für immer in Griechenland bleiben müssen.

Nach Medienberichten räumten die Polizisten am Mittwoch auch den Bahnhof und die Gleise die nach Mazedonien führen. Damit könnte die für den In- und Export wichtige Bahnverbindung nach Mitteleuropa in den kommenden zwei Tagen wieder in Betrieb gehen, berichtete der Nachrichtensender Skai.

Wie das Nachrichtenportal "in.gr" berichtete, steht den Sicherheitskräften der schwierigste Teil der Räumung noch vor: Sie müssen demnach einige Hundert aus Marokko, Algerien und Tunesien stammende junge Männer aus dem Lager oder ihren Verstecken im Umland herausholen.

Diese gelten zusammen mit einigen Hundert Afghanen und Pakistanern als der "harte Kern" der Migranten von Idomeni. Sie sollen verantwortlich dafür sein, dass es am Grenzzaun zu Mazedonien immer wieder zu Randale kam.

"Auf und Davon"

Es wird vermutet, dass ein Teil dieser Menschen sich in den umliegenden Wäldern versteckt hat. Am Montag - einen Tag vor Beginn der Räumung - hätten sie sich "auf und davon" gemacht, hieß es in Berichten von griechischen Reportern vor Ort.

Das staatliche Fernsehen (ERT) sendete einige Bilder von der Evakuierungsaktion. Vertreter humanitärer Organisationen dürfen die Räumung im provisorischen Lager beobachten. Auch ihre Mitarbeiter berichteten, alles verlaufe bisher ohne Probleme und ohne Gewaltanwendung.

Nach der teilweisen Räumung des improvisierten Flüchtlingslagers Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze kommt es laut serbischen Medienberichten vom Mittwoch zu einem Anstieg der Ankünfte dort. Im Niemandsland an der serbisch-ungarischen Grenze bei Horgos und Kelebija seien "kleine Idomenis" im Entstehen, warnte Rados Djurovic vom Belgrader Zentrum für Asylhilfe laut den Berichten.

Behörden: Keine Änderung des Vorgehens

Nach Angaben von Djurovic dürfen derzeit täglich nur rund 30 Personen nach Ungarn legal einreisen, vorwiegend Frauen mit Kleinkindern. Die Zahl der Wartenden in den improvisierten Lagern liegt jedoch deutlich höher.

Derzeit halten sich in Serbien nach amtlichen Angaben rund 1.000 Schutzsuchende auf. Nachdem die Balkanroute über Griechenland und Mazedonien im März geschlossen wurde, reisen Migranten nach Angaben von Flüchtlingshelfern vor allem über Bulgarien nach Serbien ein.

In Belgrad beläuft sich ihre Zahl auf 200 und 300, berichtete die Tageszeitung "Vecernje novosti" am Mittwoch. In den vergangenen Tagen sei ihre Präsenz in den Parkanlagen um den Belgrader Busbahnhof merkbar geworden.

Die serbischen Behörden sehen indes keinen Grund zur Änderung ihres Vorgehens. Die Grenze werde geschlossen bleiben, zitierte "Vecernje novosti" Ivan Miskovic vom serbischen Flüchtlingskommissariat. Auch werde sich Serbien wie andere Staaten auf der Balkanroute verhalten. Die aktuelle Situation bezeichnete Miskovic als "kontrollierte Migrantenströme".