Erstellt am 18. August 2015, 09:57

von APA Red

Polizei fahndet nach Anschlag nach Verdächtigem. Nach dem Bombenanschlag in Bangkok mit nach aktuellen Angaben 20 Toten hat die Suche nach den Tätern begonnen. Der Chef der thailändischen Militärjunta, Prayut Chan-O-Cha, sagte am Dienstag, Überwachungsaufnahmen zeigten einen männlicher Verdächtigem, nach dem gefahndet werde.

 |  NOEN, APA (epa)

Er gehöre vermutlich einer regierungsfeindlichen Gruppe im Nordosten Thailands an, einer Hochburg der Rothemden-Bewegung.

Prayut, der als Regierungschef fungiert, sagte weiter, der Anschlag vom Montag sei "der schlimmste Angriff" in der Geschichte des Landes. Am Montagabend (Ortszeit) hatte sich am Erawan-Schrein in Bangkoks zentralem Viertel Chidlom eine gewaltige Explosion ereignet. In dem Viertel befinden sich auch mehrere große Einkaufszentren und teure Hotels.

Die thailändischen Behörden haben ihre Angaben über die Opferzahlen bei dem Bombenanschlag in Bangkok am Dienstag korrigiert: 22 Menschen seien ums Leben gekommen, 125 verletzt worden. Identifiziert wurden zunächst fünf Thailänder, vier Chinesen, zwei Malaysier und ein Singapurer, wie Regierungssprecher Sansern Kaewkamnerd sagte. Ursprünglich hatte es geheißen, unter den Toten sei auch ein Philippino.

"Die Bombe hatte das Ziel, so viele Menschen wie möglich zu töten," sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri. Schließlich sei der Schrein am Abend üblicherweise gut besucht. Für den Anschlag wurden dem Sprecher zufolge vermutlich drei Kilogramm Sprengstoff verwendet. Das Verteidigungsministerium erklärte, dass "Ausländer" das Ziel des Anschlags gewesen seien, um der für Thailand äußerst wichtigen Tourismusbranche zu schaden.

Der Anschlagsort blieb am Dienstag abgeriegelt. Bei Sonnenaufgang machten Sprengstoffexperten auf der Suche nach Hinweisen Fotos vom Tatort, wie ein AFP-Reporter beobachtete. Die Polizei errichtete überall in Bangkok Kontrollpunkte ein. Hunderte Schulen blieben geschlossen.

In dem südostasiatischen Land hatte das Militär bei einem Putsch im Mai vergangenen Jahres die Macht übernommen. Regierungschefin Yingluck Shinawatra war zuvor bereits abgesetzt worden. Politische Beobachter hatten wegen des Putsches mit neuer Gewalt gerechnet. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Bombenanschläge auch in Bangkok gegeben, allerdings noch nie von dem Ausmaß wie am Montag.

Im Nordosten Thailands, wohin die Spur der Ermittler führen soll, sind die Rothemden, die Unterstützer des früheren Regierungschefs Thaksin Shinawatra und dessen Schwester Yingluck, besonders stark. Die Behörden hatten die Rothemden dieses Jahr für einige kleinere Explosionen verantwortlich gemacht.

Die Führung der Bewegung wies die Vorwürfe allerdings entschieden zurück. In der Vergangenheit hatten Hardliner der Rothemden Sicherheitskräfte oder Regierungsgebäude angegriffen, aber niemals Menschenmengen ins Visier genommen.

Auch die islamistischen Aufständischen an der Grenze zu Malaysia haben bisher keine Taten wie den Bombenanschlag in Bangkok verübt. Ihre Attacken richteten sich nicht gegen Ausländer und wurden weitgehend in den drei muslimisch dominierten Provinzen im Süden des Landes verübt.

Der Anschlag in Bangkok zeigte auch an der Börse Wirkung. Der Kurs der Landeswährung Baht fiel am Dienstag auf den tiefsten Stand seit April 2009. Der Aktienkurs in Bangkok ging zu Handelsbeginn um zwei Prozent zurück, Verlierer waren insbesondere die im Tourismus aktiven Unternehmen.