Erstellt am 01. September 2015, 19:25

Polizei stoppte gefährlichen Schleppertransport. Die Wiener Polizei hat in der Nacht auf Dienstag in der Landstraße im Zuge einer Schwerpunktkontrolle einen gefährlichen Schleppertransport gestoppt.

 |  NOEN, Polizei Wien

Bei dem Fahrzeug waren die Türen und Fenster zugeschweißt bzw. zugesperrt, die Beamten konnten Schlimmeres verhindern. Die Flüchtlinge, 24 junge Afghanen, sind wohlauf, gab die Polizei am Abend bekannt.

Der Klein-Lkw war vermutlich von Ungarn kommend auf der Ostautobahn (A4) unterwegs, als das Fahrzeug Beamten auffiel, die gerade eine Schwerpunktaktion zur Eindämmung der Schlepperkriminalität durchführten. Die Polizei folgte dem Auto, das im Bereich des Praters die A4 verließ und auf die Südosttangente (A23) Richtung Graz auffahren wollte. Von dort lotsten die Beamten den Transporter in die Anne-Frank-Gasse in der Landstraße.

Polizeihund spürte Schlepper auf

Als der Kastenwagen anhielt, ergriff der Lenker sofort die Flucht. Auch die Abgabe eines Schreckschusses in den Boden konnte den 30-Jährigen nicht aufhalten. Erst Polizeidiensthund "Iceman" spürte den Rumänen auf, der sich im Bereich der Modecenterstraße in einer Gerätehütte versteckte.

Wie gefährlich der Transport der Flüchtlinge war, zeigte sich, als die Polizisten den Klein-Transporter aufbrachen. Die seitliche Schiebetür des Fahrzeuges war von den Schleppern von innen verschweißt worden. Auf der Außenseite der Hecktüren war ein Riegelschloss angebracht. Sämtliche Fenster des Fahrzeuges waren von innen vergittert.

Keine Frischluft-Zufuhr

Zu keinem Zeitpunkt der Fahrt konnte aufgrund dieser Umbauarbeiten Frischluft in das Innere des Laderaums gelangen. Die 24 Afghanen, die sich im Laderaum des Fahrzeuges befanden, hätten nicht die Möglichkeit gehabt, sich selbst zu befreien.

Die Burschen im Alter von 16 bis 20 Jahren wurden in das Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände gebracht und erstversorgt. Sie erzählten von grauenhaften Bedingungen, wie Polizeisprecher Thomas Keiblinger berichtete. So wären sie in das Fahrzeug "hineingestopft" worden. Der Fahrer wäre bereits im Klein-Lkw gesessen, um eine spätere Identifizierung zu verhindern.

Die Ladefläche ist laut Keiblinger sehr klein - 3,35 Meter lang, 1,75 Meter breit und nur 1,80 Meter hoch, die Burschen wären regelrecht aufeinander gesessen. Nachdem keiner der jungen Männer in Österreich Asyl gestellt hat, gehen die Ermittler davon aus, dass sie Richtung Deutschland reisen wollten. Aufgrund ihres guten Gesundheitszustandes dürfte die Schlepperfahrt noch nicht lange gedauert haben, es bestand laut Keiblinger allerdings "akute Lebensgefahr". Der 30-Jährige Schlepper wurde festgenommen.