Erstellt am 26. Mai 2014, 12:29

Poroschenko gewann Wahl in der Ukraine. Der Milliardär Pjotr Poroschenko hat die Präsidentenwahl in der Ukraine bereits in der ersten Runde gewonnen.

Er kam auf 53,78 Prozent der Stimmen, wie die zentrale Wahlkommission am Montag in Kiew nach Auswertung von rund 65 Prozent der Stimmzettel mitteilte. Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko erhielt nur 13,2 Prozent. Laut Poroschenko soll Regierungschef Arseni Jazenjuk im Amt bleiben.

Jazenjuk solle im Amt bleiben

Die Ukraine bleibt durch den klaren Wahlsieg Poroschenkos von einer Stichwahl verschont. Der designierte Präsident kündigte zudem an, Premier Jazenjuk solle im Amt bleiben. Die Arbeit der Regierung funktioniere und werde unterstützt. Prognosen zufolge gewann auch Poroschenkos Gefolgsmann, der Ex-Boxprofi Vitali Klitschko, bei der Bürgermeisterwahl in Kiew.

60 Prozent Wahlbeteiligung

Wahlkommissionschef Michail Ochendowski erklärte, die Wahlbeteiligung habe zumindest mehr als 60 Prozent betragen. Unter normalen Umständen wäre sie jedoch höher gewesen. Eine präsentierte Karte verdeutlichte große regionale Unterschiede: Jene Teile der Ukraine, die in der Vergangenheit insbesondere Janukowitschs "Partei der Regionen" gewählt hatten, wiesen eine um 15 bis 20 Prozent niedrigere Wahlbeteiligung auf als das Zentrum und der Westen der Ukraine.

In den Problemgegenden Luhansk (Lugansk) und Donezk betrug die Beteiligung lediglich 38,94 und 15,37 Prozent. Hier wird jedoch nur von jenen wenigen Bezirken ausgegangen, deren Wahlkommissionen Ergebnisse nach Kiew lieferten. Diese regionale Gliederung korrespondiert auch mit Poroschenkos Ergebnissen. Der Wahlsieger konnte zwar in allen Landesteilen eine Mehrheit für sich reklamieren - im Westen und Zentrum der Ukraine ist diese absolut, während sie im Osten und Süden relativ ist.

Verschwundene Protokolle

Bis zum Ende des Tages kündigte Ochendowski einen Auszählungsgrad von 90 Prozent an, eine völlige Auszählung, so erklärte er, werde es aber aufgrund von Vorfällen mit verschwundenen Protokollen in manchen Wahlbezirken nicht geben.

Russland hat sich unterdessen zum Dialog mit Poroschenko bereit erklärt. Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte am Montag, dass seine Regierung den Ausgang der Wahl im Nachbarland respektieren werde. Dies hatte im Vorfeld der Abstimmung bereits Präsident Wladimir Putin erklärt. Offen ließ Putin dabei aber, ob er den neuen Präsidenten als legitim betrachten werde.

Zugleich warnt Moskau die Führung in Kiew davor, den Einsatz der Sicherheitskräfte gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine fortzusetzen. Das wäre ein "kolossaler Fehler", sagte Lawrow in Moskau.

Der deutsche Außenminister Steinmeier hatte zuvor Russland zur Akzeptanz des Ergebnisses aufgefordert. Steinmeier zeigte sich zufrieden, dass die Abstimmung am Sonntag "weitgehend ohne Blutvergießen" stattgefunden habe. Poroschenko müsse nun "sehr bald an die Arbeit, viel Arbeit in der Ukraine herangehen", so Steinmeier. Er sei "froh darüber, dass es keinen zweiten Wahlgang braucht", dies werde "zur Beruhigung in der Ukraine beitragen".