Erstellt am 14. April 2014, 05:47

Präsident Ivanov bei Wahl in Mazedonien vorne. Der Präsident Mazedoniens, Gjorge Ivanov, hat den ersten Durchgang der Präsidentenwahl am Sonntag klar gewonnen.

Allerdings erreichte er nicht die für einen Wahlsieg bereits in der ersten Runde notwendige Stimmenzahl. Die Entscheidung über den neuen Staatschef wird daher in der Stichwahl am 27. April zwischen Ivanov und dem Sozialdemokraten (SDSM) Stevo Pendarovski fallen.

Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent aller Wahllokale erhielt laut Angaben der staatlichen Wahlkommission Ivanov, der Präsidentschaftskandidat der regierenden VMRO-DPMNE, 447.109 Stimmen, bzw. 51,63 Prozent, gefolgt von Pendarovski mit 325.119 Stimmen, bzw. 37,54 Prozent.

Der Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei der Albaner (DUI) Iljaz Halimi erhielt 38.893 Stimmen, bzw. 4,49 Prozent, der Kandidat der Bürgeroption für Mazedonien (GROM) Zoran Popovski sicherte sich 31.291 Stimmen, bzw. 3.61 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,86 Prozent.

Das Rennen um das Präsidentenamt habe sich damit bis zum 27. April verlängert, stellte Pendarovski am Abend fest. Einen Sieg sowohl von Ivanov wie auch der VMRO-DPMNE von Premier Gruevski bei der gleichzeitig stattfindenden Parlamentswahl kündigte der VMRO-DPMNE-Spitzenfunktionär Vlatko Gjorcev an.

Entsprechend der gesetzlichen Regelung sind für einen Sieg bereits im ersten Durchgang der Präsidentenwahl mehr als 50 Prozent der Stimmen aller in Mazedonien Wahlberechtigten notwendig. In der Stichwahl wird für den Wahlsieg die Stimmenmehrheit bei mindestens 40-prozentiger Wahlbeteiligung reichen. Ivanov hatte 2009 die Stichwahl mit 63 Prozent der Stimmen bei gut 42-prozentiger Wahlbeteiligung gewonnen.

Der Urnengang wurde von der mitregierenden albanischen Demokratischen Integrationsunion (DUI) boykottiert. Die Partei war um einen gemeinsamen Präsidentschaftskandidaten des Regierungsbündnisses bemüht, wollte allerdings Ivanov nicht unterstützen.

Die DUI strebt eine Änderung des Wahlrechts an, wodurch ihrer Meinung nach Vertreter der albanischen Volksgruppe, die ein Viertel der Bevölkerung ausmacht, bessere Chancen hätten, den Präsidenten zu stellen. In den mehrheitlich albanischen Gemeinden im Westen des Landes war die Wahlbeteiligung am Sonntag wesentlich geringer als anderswo. Allerdings ist das Interesse für die Präsidentenwahl unter albanischen Wählern auch bei früheren Gelegenheiten eher gering gewesen.

In zwei Wochen wird der DUI-Wahlboykott wahrscheinlich nicht so stark zum Ausdruck kommen, da für den 27. April auch die vorgezogene Parlamentswahl angesetzt wurde. Die DUI ist laut den Umfragen unter der albanischen Bevölkerung führend, die VMRO-DPMNE liegt bei den slawischen Mazedoniern vorne.