Erstellt am 25. Mai 2015, 11:17

von APA/Red

Auszählung bestätigt Wahlsieg Dudas in Polen. Nach der Präsidenten-Stichwahl in Polen haben die bisherigen Auszählungen den Sieg des nationalkonservativen Herausforderers Andrzej Duda bestätigt.

Duda will Präsident aller Polen sein  |  NOEN, APA (epa)

Die Wahlkommission teilte am Montag nach der Auszählung von 28 der 51 Wahlbezirke mit, Duda habe bisher 53,8 Prozent der Stimmen erhalten. Für den unterlegenen Amtsinhaber Bronislaw Komorowski stimmten 46,2 Prozent der Wähler.

Duda kündigte am Montag im Gespräch mit Bürgern seinen Austritt aus der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) an. "Es ist für mich klar, dass ich als Präsident in keiner Weise parteilich sein kann", sagte er dazu. Der 43-jährige Jurist war bisher Abgeordneter für die PiS im Europaparlament.

Noch an Wahlabend versprach Duda, er wolle der Präsident aller Polen sein: "Die Türen des Präsidentenpalasts werden offen sein." Noch bis vor kurzem war der 43 Jahre alte Jurist den meisten Polen weitgehend unbekannt. "Wir wissen eigentlich nicht, wer Andrzej Duda wirklich ist", sagte der Soziologe Aleksander Smolar am Wahlabend der polnischen Nachrichtenagentur PAP.

Stimmen für Duda aus Dörfern, südlichen und östlichen Regionen 

Die Wahl Dudas gilt als wichtiges Signal für die Parlamentswahlen im Herbst, bei der die PiS auf einen Machtwechsel hofft: "Diejenigen, die für mich gestimmt haben, haben für den Wandel gestimmt", sagte Duda diesbezüglich.

Ähnlich wie schon im ersten Wahlgang dominierte Duda in den südlichen und östlichen Regionen Polens und in den Dörfern, während die Wähler im Westen und Norden des Landes sowie in den Städten mehrheitlich Komorowski die Stimme gaben.

Duda ist seit vergangenem Jahr Mitglied des Europaparlaments. Der Präsidentenpalast in Warschau ist ihm nicht unbekannt: Er war Staatssekretär im Kabinett von Komorowskis nationalkonservativem Amtsvorgänger Lech Kaczynski, der 2010 bei einem Flugzeugunglück in Smolensk ums Leben kam.

Im Kontakt zum Nachbarland Deutschland könnte seine Ehefrau Agata, die schon im Wahlkampf für Duda Sympathiepunkte sammelte, noch hilfreich sein: die künftige First Lady Polens ist Deutschlehrerin.