Erstellt am 19. August 2014, 11:59

von APA/Red

Prozess um Neonazi-Schutztruppe. Der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Anführer einer Neonazi-Schutztruppe für einen Ex-Rotlichtboss ist am Dienstag in Wels ins Finale gegangen, die Urteile wurden für Mittwoch erwartet. Die Angeklagten waren auch die Anführer der rechtsextremen Vereinigung "Objekt 21".

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, BilderBox - Erwin Wodicka / wodi

Deren Mitglieder hätten ihren Lebensunterhalt mit Einbrüchen und Diebstählen verdient, so ein Belastungszeuge.

"Ich war voll zu", kommentierte der 27-Jährige seine früheren Aussagen, in denen er das beschuldigte Duo belastet hatte. Vor Gericht wollte oder konnte er sich an das Meiste, was er damals zu Protokoll gab, nicht mehr erinnern. Gegenüber den Ermittlern hatte der Mann noch von Auftragsarbeiten wegen Differenzen im Rotlichtmilieu - Anschläge auf einen Wiener Saunaclub und ein Bordell im Bezirk Kirchdorf - berichtet.

Die Angeklagten reagierten auf seine widersprüchlichen Angaben mit Grinsen und Kopfschütteln. Zeugen, die anschließend gehört wurden, verneinten mit einer Ausnahme, dass sie von einem der beiden Waffen gekauft hätten.

Auftraggeber legte umfassendes Geständnis ab

Der 30-jährige und der 33-jährige Beschuldigte sollen auf Geheiß eines bereits verurteilten früheren Rotlichtbosses Anschläge bei dessen Konkurrenz begangen bzw. andere dazu angestiftet haben. Ihr mutmaßlicher 53-jähriger Auftraggeber hatte nach eigenen Angaben ein "Schutzbedürfnis" und bereits im April vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Die Anklage wirft den Angeklagten u.a. das Vergehen der kriminellen Vereinigung, versuchte und vollendete Brandstiftungen in Bordellen in Hallein, Wien und im Bezirk Kirchdorf, eine Bitumenattacke auf einen Wiener Saunaclub, einen Buttersäureanschlag auf ein Etablissement in der Bundeshauptstadt sowie das Aussetzen teils giftiger Skorpione vor. Zudem soll auf ihr Konto eine Vielzahl weiterer Straftaten wie Morddrohungen ("Ich brech' euch das Gesicht"), das Anzünden eines Autos, Einbruchsdiebstähle, der Besitz verbotener Waffen und Betrügereien gehen. Zu Verhandlungsbeginn hatten sie sich teilweise schuldig bekannt.