Erstellt am 10. Juni 2014, 06:02

von APA Red

Prozess zu Listerien-Quargel beginnt. Sechs Angeklagte müssen sich ab Dienstag im Grazer Straflandesgericht wegen eines mit Listerien verseuchten Quargels verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, 2009 und 2010 für den Tod von sieben Personen und für schwere Körperverletzungen durch den Genuss des kontaminierten Käses verantwortlich zu sein. Die Verhandlung ist für mehrere Tage anberaumt.

Vor mehr als vier Jahren kam es zu den Vorfällen rund um den Käse der Hartberger Firma Prolactal. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, "fahrlässig eine Gefahr für Leib und Leben einer größeren Zahl von Menschen herbeigeführt zu haben, indem sie bei Produktion, Untersuchung und Vertrieb der im Werk Hartberg hergestellten Quargelprodukte Fehlverhalten setzten, wodurch mit Listerien kontaminierter Käse zu einer Vielzahl von Konsumenten gelangte", so die Staatsanwaltschaft.

Neben einem Geschäftsführer von Prolactal müssen auf der Anklagebank vier ehemalige leitende Angestellte sowie der Leiter eines externen Prüflabors Platz nehmen. Spätestens 2009 hätte wegen der "Unbeherrschbarkeit der Listerien-Problematik" eine Schließung der Produktion veranlasst werden müssen, führte die Staatsanwaltschaft aus. Gegen den Geschäftsführer des externen Prüflabors, der mikrobiologische Untersuchungen für die Prolactal GmbH durchführte und zusätzlich als externer Berater beigezogen war, richtet sich der Vorwurf, "an den nicht gesetzlichen Vorgaben entsprechenden mikrobiologischen Untersuchungen mitgewirkt und auch teilweise Kenntnis von weiteren Sorgfaltsverstößen innerhalb des Unternehmens gehabt" zu haben, ohne seinen Auftraggeber darüber in Kenntnis gesetzt zu haben.