Erstellt am 30. Januar 2015, 12:33

Prügelstrafe des Bloggers Badawi erneut ausgesetzt. Die Prügelstrafe für den zu 1.000 Stockhieben verurteilten saudi-arabischen Blogger Raif Badawi ist erneut ausgesetzt worden.

Wie eine Sprecherin von Amnesty International am Freitag der Deutschen Presse-Agentur sagte, wurden die nach dem Mittagsgebet geplanten 50 öffentlichen Schläge nicht vollzogen.

Vor drei Wochen war der Blogger erstmals in der Stadt Jedda öffentlich mit Stockhieben bestraft worden, weil er den Islam im Internet beleidigt haben soll. Danach wurde die Strafe bereits zweimal aus "gesundheitlichen Gründen" ausgesetzt. Badawi war im Mai 2014 zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und 1.000 Stockschlägen verurteilt worden.

Demonstrationen für Freilassung

Am Freitag werden in einigen Städten der Welt - darunter in Wien, Berlin und Montreal - zum vierten Mal Demonstrationen für die Freilassung Badawis veranstaltet. In Wien veranstalteten die Grünen am Freitag bereits zum vierten Mal eine Mahnwache.

Die rund 60 Personen demonstrierten bei klirrender Kälte vor dem Abdullah-Zentrum (KAICIID) am Wiener Schottenring. Unter den Teilnehmern befanden sich neben Grünen-Chefin Ewa Glawischnig die Menschenrechtssprecherin der Grünen, Alev Korun, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament, Rebecca Harms aus Deutschland, und die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im Europäischen Parlament, Ulrike Lunacek.

Badawis Frau trat an Öffentlichkeit

KAICIID-Sprecher Peter Kaiser meinte, dass er die Bedenken der Demonstranten verstehe und auch, dass sie für Badawis Freilassung demonstrieren würden. Das KAICIID, so Kaiser weiter, verurteile jede Art von Gewalt, nur eben nicht konkret Staaten. Kaiser bot den Grünen aber einen Dialog an.

Indes meldete sich Badawis Frau, die mit ihren Kindern nach Kanada geflüchtet war, mit einer Warnung zu Wort. Ihr Mann leide an Bluthochdruck, und eine weitere Runde der Strafe könne ihn noch weiter schwächen, sagte Ensaf Haidar am Donnerstag im kanadischen Ottawa vor Journalisten. "Sein Zustand ist schlecht, und er wird immer schlechter", sagte sie an der Seite von kanadischen Abgeordneten und Vertretern von Amnesty International. "Ich bin sehr besorgt um ihn."