Erstellt am 11. April 2014, 14:06

Puelacher neuer ÖSV-Cheftrainer. Andreas Puelacher ist der Nachfolger von Mathias Berthold als sportlicher Leiter der alpinen ÖSV-Ski-Herren.

Erste Aufgabe des 49-Jährigen ist die Formierung eines Trainerteams, gilt es an seiner Stelle doch einen Chef der Gruppe Riesentorlauf/Kombi und einen für das Speed-Team zu finden. "Namen habe ich im Kopf, aber überstürzen werde ich nichts", sagte Puelacher.

Puelacher war ein viertel Jahrhundert lang Trainer, er war neben Österreich auch in der Schweiz und in Liechtenstein tätig. Die Freude auf die neue Herausforderung ist für den bisherigen Trainer von Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer, Streif-Gewinner Hannes Reichelt, Routinier Benjamin Raich und Co. groß. "Ich sehe es als schöne, neue Herausforderung. Ich war jetzt 25 Jahre Trainer, habe viel Erfahrung in der Arbeit mit Athleten und Athletinnen gesammelt. Jetzt gehe ich einen Schritt weiter", meinte der Tiroler.

Sportdirektor Hans Pum habe ihn um ein Konzept gebeten, erzählte er. "Ich habe es vorgelegt und es hat Hans und Präsident Peter Schröcksnadel sehr gut gefallen. Gestern war es dann so weit, dass es beschlossen war." Pum lobte die "große Erfahrung und das Fachwissen" von Puelacher, aber auch dessen "hohe soziale Kompetenz". Er kenne die Strukturen innerhalb des ÖSV und genieße bei Trainerkollegen und im gesamten Skizirkus hohe Anerkennung.

Puelacher plant, die einzelnen Weltcup-Trainingsgruppen umzubenennen, weil die aktuellen Bezeichnungen immer wieder zu Missverständnissen führen würden. So heißt die von ihm zuletzt vier Jahre lang geleitete "Riesentorlauf und Kombination". Ihr gehören mit Mayer und Reichelt aber zwei Athleten an, die Abfahrten gewonnen haben.

Trainergruppe muss funktionieren und harmonisieren

Wer Puelachers Nachfolger wird bzw. wer die Speed-Gruppe des nach Kanada abgewanderten Burkhard Schaffer übernehmen wird, ist noch nicht entschieden. "Vorgespräche habe ich schon geführt. Es müssen gute Entscheidungen sein, für die Athleten und für den ÖSV. Ganz klar ist das erste Ziel, eine Trainergruppe zusammenzustellen, die funktioniert und harmonisiert. Und dann geben wir Vollgas."

Der nun wieder für Deutschland tätige Berthold hatte als einen Grund für seinen Abgang vom ÖSV den hohen Arbeitsaufwand genannt. Puelacher hat sich, wie er es nannte, "das Leben ein bisschen leichter gemacht". Er verankerte in seinem Konzept die Installation eine Koordinators. "Der soll mich unterstützen und mir die Arbeit vom Europacup runter bis in die Landesverbände etwas abnehmen. Man will seine Arbeit gut machen, aber wenn man nicht immer vor Ort ist, dann kann man das nicht. Der Koordinator ist eine wichtige Person in dem System. Ich glaube, dass wir damit die Problemzone, also den Übergang vom Europacup in den Weltcup, in den Griff bekommen."

Eine der Hauptaufgaben sieht Puelacher deshalb im Heranführen der jungen Athleten an die Spitze. "Da müssen wir den Hebel ansetzen." Wichtig ist für ihn auch, das Funktionierendes weitergeführt wird. "Es ist nicht wichtig, dass ich meine Handschrift hinterlasse. Sondern dass es funktioniert."