Erstellt am 20. Mai 2014, 12:23

Putin mitten in Ukraine-Krise in China zu Gast. China und Russland haben in einer gemeinsamen Erklärung alle politischen Gruppen in der Ukraine zu Gesprächen aufgerufen.

Beide Länder seien wegen der Krise in der Ukraine besorgt, ließ die Führung in Peking anlässlich eines zweitägigen Staatsbesuch von Russlands Präsident Putin in Peking mitteilen. Putin und sein Amtskollegen Xi Jinping forderten eine Deeskalation in der Ukraine.

Die beiden Staatschefs beschlossen auch eine engere militärische Zusammenarbeit der beiden Länder. Die Kooperation zwischen beiden Ländern sei ein wesentlicher Faktor für Sicherheit in der Welt, sagte Putin nach einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Xi. Es gebe gute Aussichten für den gemeinsamen Bau eines großen Flugzeuges und eines Helikopters.

Gleichzeitig war für Dienstag der Auftakt eines mehrtägigen Manövers von russischen und chinesischen Militärschiffen im Ostchinesischen Meer geplant. In der Region liegt China seit langer Zeit mit Japan im Streit um eine Gruppe von unbewohnten Inseln.

Im Zentrum des zweitägigen Staatsbesuches von Putin in China steht der Abschluss zahlreicher Verträge. Insgesamt sollen bei Putins China-Reise rekordverdächtige 43 Abkommen unterzeichnet werden. Seit Jahren ringen Russland und China um den Abschluss eines neuen Gasvertrages. Ein neues Abkommen stehe kurz bevor, hatte Putin am Montag angedeutet.

Die Diskussionen in Shanghai über das Gasabkommen seien bereits sehr weit, und China könne "jeden Moment" das Abkommen unterzeichnen, sagte Putins Sprecher. Noch sei keine Einigung über den Preis für die Gaslieferungen gefunden worden. Schon im vergangen Jahr hatten beide Länder einen Durchbruch in den Verhandlungen gefeiert, aber beide Seiten konnten sich nicht auf einen Preis einigen.

Russlands Ministerpräsidenten Medwedew zufolge könnte russisches Erdgas künftig statt nach Europa nach China geliefert werden. Russland habe "genügend Reserven", um sowohl an den Osten als auch an den Westen Gas zu liefern, sagte er in einem Interview mit dem Sender Bloomberg. Wenn "vom Schlimmsten" ausgegangen werde, sei eine Umorientierung der Gas-Exporte von Europa nach China "theoretisch" durchaus möglich, so der Regierungschef.

Die Visite in Shanghai erfolgt vor dem Hintergrund der schweren Krise in der Ukraine. Putins Gespräche mit Chinas Staats- und Parteichef Xi in der ostchinesischen Hafenmetropole gelten auch als Zeichen an den Westen, dass Moskau die Suche nach neuen Partnern intensiviert. Am Dienstag wollte Putin in Shanghai zudem mit UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zusammenkommen. Beide nehmen an einem Sicherheitsgipfel asiatischer Länder teil.

In der Ukraine sorgte unterdessen Rinat Achmetow für Aufregung. Der reichste Ukrainer rief zum Widerstand gegen die prorussischen Separatisten aufgerufen. "In den Städten herrschen Banditen und Marodeure. Die Menschen sind es leid, in Angst zu leben", sagte der Oligarch in einer Videobotschaft."Das ist ein Kampf gegen die Einwohner unserer Region. Das ist ein Kampf gegen den Donbass. Das ist ein Völkermord am Donbass", so Achmetow, einer der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Ukraine.