Erstellt am 17. April 2014, 11:22

Putin sieht "schweres Verbrechen". Russlands Präsident Putin hat es als "weiteres schweres Verbrechen" der ukrainischen Führung in Kiew bezeichnet, dass sie bewaffnete Einheiten in den Osten des Landes entsandt habe.

Zugleich räumte der russische Staatschef am Donnerstag erstmals ein, dass russische Truppen während des Referendums im März auf der Krim anwesend waren, bei dem der Anschluss der Schwarzmeerhalbinsel an Russland entschieden wurde.

"Hinter den Selbstverteidigungskräften standen natürlich unsere Militärs. Sie haben sich sehr korrekt verhalten, man musste die Menschen beschützen", sagte Putin in Moskau in der landesweit übertragenen Fernsehsendung "Direkter Draht".

Der Präsident forderte die ukrainische Führung zum "echten Dialog" mit der russischsprachigen Bevölkerung auf. Zugleich wies er erneut Vorwürfe zurück, russisches Militär oder Instrukteure steuerten die Lage. "Es sind die Herren jener Region", sagte Putin. Mit ihnen müsse geredet werden.

Zugleich sprach sich Putin für Verhandlungen zur Lösung des Konflikts aus. Weder Flugzeuge noch Panzer könnten die Krise lösen, sagte Putin.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat unterdessen Vorwürfe Kiews zum Einsatz russischer Spezialkräfte im Osten der Ukraine zurückgewiesen.

"Wir sind im Verteidigungsministerium sehr überrascht angesichts der Äußerungen des Chefs der ukrainischen Sicherheitsdienste, wonach Einheiten der russischen Spezialkräfte in die Ereignisse im Südosten der Ukraine verwickelt sind", sagte Schoigu am Donnerstag nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen mit Blick auf den ukrainischen General Wassil Krutow. "Diese Äußerungen grenzen an Paranoia."