Erstellt am 01. August 2014, 17:33

Räumung: Hauseigentümer wehrt sich gegen Vorwürfe. In der Causa "Pizzeria Anarchia" haben sich nun erstmals auch die Hausbesitzer der Mühlfeldgasse 12 zu Wort gemeldet.

Gegenüber dem "Kurier" (Samstagsausgabe) wiesen sie alle Vorwürfe zurück. "Wir haben die Punks nie dazu aufgefordert, die Mieter zu belästigen", so einer der Eigentümer. Man habe zudem nicht ahnen können, dass die Punks bleiben würden. Die Sache sei "außer Kontrolle" geraten. Auch von Schikanen für Mieter in anderen Wohnhäusern in ihrem Eigentum, die auch im Wohnbauressort der Stadt bemerkt wurden, wollte der Besitzer nichts wissen. Probleme habe es immer nur mit einzelnen Parteien gegeben und diese seien inzwischen beigelegt, bekräftigte er.

Die Räumung der "Pizzeria Anarchia" hat auch eine politische Diskussion um die Verhinderung von Wohnungsspekulation in Wien losgetreten, an der sich nun auch Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) beteiligt. Sie wünsche sich - abgesehen von klar definierten Ausnahmen - nur noch unbefristete Mietverhältnisse, sagte sie dem "Kurier".

Wirbel um freigestellten Personalvertreter 

Aufregung gibt es aber auch um einen freiheitlichen Personalvertreter, der bei der Räumung des besetzten Hauses in Privatkleidung Polizisten mit Verpflegung versorgt haben soll. Der Mann soll mit Pistole und Eisernem Kreuz - Zeichen der deutschen Armee - im Ohr aufgetreten sein und überdies einen Ring in Form von Thors Hammer. Einen entsprechenden Kurier-Bericht (Freitag) bestätigte die Polizei. Allfällige disziplinarrechtliche Schritte würden geprüft, hieß es.

Als freigestellter Personalvertreter darf der Beamte in Zivil unterwegs sein. Zu prüfen sei unter anderem, ob ein Verstoß gegen Paragraf 43 des Beamten-Dienstrechtsgesetzes vorliegt, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Dieser besagt unter anderem, dass ein Beamter in seinem gesamten Verhalten darauf Bedacht zu nehmen habe, dass das Vertrauen der Allgemeinheit in die sachliche Wahrnehmung seiner dienstlichen Aufgaben erhalten bleibt. Laut "Kurier", der auch ein Foto des AUF-Personalvertreters abdruckte, konnte man den Mann am Montag in der Umgebung der "Pizzeria Anarchia" für einen Motorradrocker halten.

Laut AUF-Vorsitzendem Werner Herbert besitzt der Beamte einen Waffenpass, womit auch privat eine Pistole tragen dürfe. Darüber hinaus sagte Herbert der Zeitung, die Sache werde "vollkommen überzeichnet".