Erstellt am 30. März 2014, 12:03

Rapid auf Europacup-Kurs. Rapid ist der Teilnahme am Fußball-Europacup am Samstag wieder einen großen Schritt näher gekommen.

 Durch den 2:0-Heimerfolg über Sturm Graz ist der Top-3-Platz der Hütteldorfer bereits mit fünf Punkten Vorsprung abgesichert, weil sich der Grödiger Sturzflug mit einem 0:4 bei der Admira fortsetzte. Für Rapid war es der vierte volle Erfolg ohne Gegentor en suite, dennoch wirkte Trainer Zoran Barisic nicht rundum zufrieden. "Das ist zwar eine schöne Bilanz, trotzdem haben wir immer wieder vergessen, Fußball zu spielen", bemängelte der Wiener.

Dem Coach missfiel, dass seine Mannschaft nach der schnellen 2:0-Führung aus den Kontermöglichkeiten kein Kapital schlagen konnte. "Leider haben wir die Räume nicht genützt", meinte Barisic, wies aber auch auf die positiven Aspekte der Partie hin. "Mir hat imponiert, dass die Mannschaft eine Einheit war und es auch eine Einheit mit den Fans gegeben hat."

Beeindruckt zeigte sich Barisic auch vom Auftritt seines Kapitäns. Steffen Hofmann erzielte ein Tor per Freistoß selbst, bereitete den zweiten Treffer mit einer Freistoßflanke vor und bot auch abseits von ruhenden Bällen eine starke Leistung. "Ich gönne ihm diesen Erfolg von Herzen, es war in der letzten Zeit nicht einfach für ihn", erklärte der Trainer.

 "Ein typisches Hanappi-Geschenk"

Hofmann verzichtete nach dem Schlusspfiff auf ausführliche Wortspenden. "Manchmal trifft man den Ball eben gut. Ich war sehr froh, dass er reingegangen ist", sagte der Deutsche über sein Freistoß-Tor - das laut Sturms Michael Madl irregulär war, weil es davor kein Foul von Daniel Offenbacher an Hofmann gegeben hatte. "Ein typisches Hanappi-Geschenk", ärgerte sich der Innenverteidiger.

Dieser Ansicht war auch sein Trainer Darko Milanic, der außerdem Goalie Christian Gratzei als Schuldigen für das zweite Gegentor ausmachte. "Rapid war der verdiente Sieger und hat die Geschenke - eines vom Schiedsrichter und eines von uns - gut ausgenützt", lautete das Resümee des Slowenen.

Für seinen Club endete nach zuvor zwei Siegen ein kleiner Erfolgslauf. Damit wurde wohl auch die letzte Chance verspielt, noch über die Meisterschaft in die Europa-League-Qualifikation zu gelangen. Dennoch bemerkte Milanic bei seinem Team klare Fortschritte. "Wir sind jetzt sicher besser als zu dem Zeitpunkt, als ich die Mannschaft übernommen habe", betonte der Coach.

Die "Blackys" sind als Tabellenletzter nur noch drei Punkte vom vorletzten Platz entfernt, auf dem seit Samstag der SC Wiener Neustadt liegt. Die Niederösterreicher gingen beim WAC mit 0:4 unter, wobei man schon nach zehn Minuten 0:3 zurücklag. "Wir haben die ersten Minuten völlig verschlafen", schimpfte Trainer Heimo Pfeifenberger.

"Letztendlich ist es ein Punkt, der uns nicht wirklich weiterhilft"

Durch das 4:0 vor eigenem Publikum gegen Grödig steht die Admira erstmals in dieser Saison an der achten Stelle und hat den Klassenerhalt bei elf Zählern Vorsprung auf Wacker Innsbruck wohl endgültig unter Dach und Fach gebracht. "Wir haben nach dem Punkteabzug immer an das Wunder geglaubt, aber auch gedacht, dass es länger dauert, dieses zu schaffen", sagte Trainer Walter Knaller nach dem dritten Sieg in den jüngsten fünf Partien.

Im Gegensatz dazu steht die Grödiger Bilanz aus den vergangenen zwei Spielen bei zwei Niederlagen und 0:10 Toren. "Es ist derzeit der Wurm drinnen. Wir sind aber auch nicht mehr die Mannschaft vom Herbst, jede Woche fehlt ein anderer. Mit diesem Kader können wir mit Rapid und Austria im Kampf um die Europa-League-Plätze nicht mithalten", meinte Trainer Adi Hütter, der am Montag nach einem Gespräch mit Manager Christian Haas über seine Zukunft in Grödig entscheiden wird.

Der Erfolg der Admira über den Aufsteiger hat das Schicksal von Schlusslicht Wacker Innsbruck wohl endgültig besiegelt, auch wenn sich Coach Michael Streiter nach dem 0:0 bei Meister Red Bull Salzburg kämpferisch gab. "Wir müssen ganz einfach daran glauben. Es sind noch 18 Punkte zu vergeben, da kann noch einiges passieren", erklärte der Tiroler, gab aber auch zu: "Letztendlich ist es ein Punkt, der uns nicht wirklich weiterhilft."

Streiter ließ seine Mannschaft gegen die "Bullen" mit einer Fünferkette agieren und hatte damit wie schon zuvor der FC Basel und die Austria Erfolg. "Doch egal ob Viererkette oder Perlenkette, es liegt nicht am System des Gegners, sondern ganz einfach daran, dass wir heute zu viele Chancen vergeben haben", analysierte Trainer Roger Schmidt, dessen einstige "Torfabrik" in den zwei Partien seit dem Titelgewinn ohne Treffer blieb.