Erstellt am 04. Oktober 2016, 11:11

Sportdirektor Müller kritisiert: "Keine Einheit". Nach der blamablen 2:4-Niederlage in Ried ist Rapid-Sportdirektor Andreas Müller mit der Mannschaft hart ins Gericht gegangen.

Andreas Müller: "Teilweise war es erschreckend"  |  APA

"Diese Mannschaft ist keine Einheit", kritisierte der Deutsche in Interviews mit Kurier und Kronen Zeitung sein Team, das in der Fußball-Bundesliga nach zehn Runden schon neun Punkte hinter Tabellenführer Sturm Graz liegt. Trainer Mike Büskens erhielt Rückendeckung.

Müller nahm die enttäuschende Leistung gegen Ried zum Anlass, um Probleme klar anzusprechen und den Spielern ins Gewissen zu reden. "Teilweise war es erschreckend. Ich habe den Eindruck, dass wir kein Team, keine Einheit sind. Es gibt kein Miteinander. An der Qualität der Spieler liegt es nicht, die sind gut genug", sagte der Sportdirektor der Krone.

Als einen der Gründe ortet der Deutsche Veränderungen, die im Sommer vorgenommen worden sind. Personell hatte das einige Auswirkungen. In dieser Saison war Langzeit-Kapitän Steffen Hofmann meist nur Ersatz, Vize-Kapitän Mario Sonnleitner sitzt stets nur auf der Tribüne. Das hat nicht nur bei den Fans für Diskussionen gesorgt, sondern offenbar auch innerhalb der Mannschaft Spuren hinterlassen.

"Jetzt tritt offen zutage, was lange unterschwellig vorhanden war. Wir haben im Sommer Dinge verändert, um den fehlenden Schritt zu schaffen. Um klar zu sagen: Wir streben den Titel an. ... Aber jetzt geht's um persönliche Eitelkeiten. Da werden Einzelinteressen über das Wohl des Vereins gestellt", monierte Müller im Kurier.

Trainer Büskens, der im Sommer Zoran Barisic ersetzt hat, erhielt dennoch Rückendeckung seines Chefs. "Es wäre für mich völliger Quatsch, nach zehn Runden über den Trainer zu diskutieren. Mit der berechtigten Kritik an den Leistungen müssen wir leben, aber das wird mich nicht hindern, Mike zu 100 Prozent zu vertrauen. Es ist richtig, dass er eine andere Art hat, die Spieler anzupacken: sehr gerade und direkt", sagte Müller.

Das Thema Steffen Hofmann wird in den nächsten Wochen jedenfalls in den Hintergrund rücken. Der Routinier hat sich gegen Ried nach rund 20 Minuten einen Muskelbündelriss im Adduktorenbereich links zugezogen und kann frühestens im Dezember wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.