Erstellt am 19. Oktober 2014, 12:05

Rapid und Austria treten auf der Stelle. Die beiden Wiener Großclubs haben am Samstag in der Fußball-Bundesliga die Chance verpasst, den Rückstand auf den WAC nach dessen Niederlage gegen Grödig bedeutend zu verringern.

Sowohl Rapid (0:0 daheim gegen Admira) als auch die Austria (1:1 in Altach) kamen nicht über Unentschieden hinaus und lieferten dabei zumindest phasenweise enttäuschende Leistungen ab.

Rapid überzeugte gegen die Südstädter nur in der ersten Hälfte, ließ in dieser Phase aber zu viele Chancen aus. "Da hätten wir in Führung gehen müssen, dann hätte die Admira kommen müssen und wir hätten mehr Räume bekommen", meinte Trainer Zoran Barisic.

Zur Pause lautete das Torschussverhältnis 13:0 für Rapid, dennoch stand am Schluss eine Nullnummer - auch weil die Hütteldorfer nach dem Seitenwechsel zurückfielen. "In der zweiten Hälfte sind wir schwieriger in die Gänge gekommen. Die Admira war stabiler, besser im Umschaltspiel und dadurch gefährlicher", analysierte Barisic und sprach von einem gerechten 0:0.

Nach Seitenwechsel zu viele Fehler

Der Rückfall seiner Mannschaft nach Wiederanpfiff lag dem Wiener schwer im Magen. "Da haben wir den Rhythmus verloren, zu einfache Ballverluste produziert und zu wenig Torgefahr ausgestrahlt", kritisierte Barisic. "In der ersten Hälfte haben wir eine Top-Leistung gebracht, aber dass wir in der zweiten Hälfte nicht mehr so durchgebrochen sind, macht mich traurig."

Für Steffen Hofmann und Co. reichte es in dieser Liga-Saison in sieben Partien erst zu drei Heimsiegen. "Auswärts muss der Gegner mehr fürs Spiel machen, vielleicht tun wir uns da leichter", vermutete Barisic. In diesem Kalenderjahr stehen für die Hütteldorfer in der Liga nur noch zwei Heimpartien, dafür aber gleich fünf Auswärtsspiele auf dem Programm.

Trotz des Dämpfers gegen die Admira bleibt Rapid auch nach der zwölften Runde an der dritten Stelle. Der Rückstand auf den nunmehr vom WAC gehaltenen zweiten Platz, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt, beträgt acht Punkte.

Sturm Graz trifft aus SCWN

Sturm Graz, der nächste Gegner der Wiener, hatte allerdings am Sonntag die Gelegenheit, mit einem Erfolg in Wiener Neustadt bis auf einen Zähler an die Grün-Weißen heranzukommen. "Es ist irrsinnig schade, dass wir nicht drei Punkte gemacht haben - nicht nur was die Tabellensituation vorne, sondern auch hinten betrifft", erklärte Barisic, betonte aber gleichzeitig: "Die Tabelle ist nach 12 Spielen nicht so interessant wie nach 36."

 

Im Gegensatz zu Rapid konnte die Admira mit dem Unentschieden gut leben. "Wir nehmen den Punkt gerne mit", sagte Coach Walter Knaller mit Hinweis auf die erste Hälfte. "Da hat uns Rapid an die Wand gespielt." Danach jedoch kam man dem ersten Auswärtssieg gegen den Rekordmeister seit 2006 bei einem Stangenkopfball von Stephan Auer und einem wohl fälschlicherweise wegen Abseits aberkannten Tor von Christoph Knasmüllner nahe.

Die Steigerung der Niederösterreicher nach der Pause hatte auch mit der Rückkehr von der Dreier- zur gewohnten Viererkette zu tun. "Wenn wir nicht umgestellt hätten, wäre die Watschn sicher in der zweiten Hälfte gekommen. Wir haben gewusst, das kann nicht gutgehen", erklärte Knaller.

Sein Club rangiert mit zumindest vorerst sechs Zählern Vorsprung auf den Letzten Wiener Neustadt an der achten Stelle und liegt damit nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter der Austria. Die "Veilchen" kamen bei Aufsteiger Altach nicht über ein 1:1 hinaus.

"In der ersten Hälfte haben wir leider einige sehr gute Möglichkeiten ausgelassen. Nach dem Wechsel war es genau andersrum, da hatten wir in einigen Szenen auch das nötige Glück. Deswegen muss man sagen, dass das Unentschieden vom Spielverlauf her in Ordnung geht", lautete das Resümee von Trainer Gerald Baumgartner.

Seine Truppe fuhr unmittelbar nach dem Match mit dem Nachtzug von Feldkirch nach Wien zurück, traf am Sonntag kurz nach 7:00 Uhr am Westbahnhof ein und fuhr danach direkt zum Training in die Generali Arena. Nicht auf dem Platz war Markus Suttner. Der ÖFB-Teamspieler schied in Altach mit Verdacht auf Muskelfaserriss aus, die genaue Diagnose soll am Montag feststehen.