Erstellt am 26. Mai 2014, 14:09

von APA Red

Rauferei während Prozess. Während eines Prozesses im Salzburger Landesgericht ist am Montagvormittag zu einer Rauferei gekommen.

Ein wegen Körperverletzung und Stalking seiner Ex-Freundin angeklagter 22-Jähriger war auf den Gang hinausgegangen. An der Türe zum Verhandlungssaal wurde er von einem Mann, offenbar der neue Freund seiner Ex, mit Fäusten attackiert. Der Richter alarmierte die Polizei.

Ein couragierte Taxifahrer, der als Zeuge geladen war und am Gang gewartet hatte, griff sogleich ein und trennte die beiden Streithähne. "Die Lage hat sich schnell beruhigt", sagte Gerichtssprecherin Christina Rott auf APA-Anfrage.

Vier Polizisten und Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes waren nach der Alarmierung durch Richter Roland Finster zum Saal 256 geeilt. "Ein Bärtiger schlug dem Erstangeklagten mehrfach mit der Faust ins Gesicht. Dieser setzte sich zur Wehr", schilderte Rechtsanwalt Franz Essl, Verteidiger einer der beiden Mitangeklagten des 22-Jährigen, im APA-Gespräch. "So etwas habe ich noch nie in einer Hauptverhandlung erlebt. Der Richter hat souverän reagiert."

Zur Vorgeschichte: Der 22-Jährige hatte den Saal mit der Ankündigung verlassen, er sei durstig und müsse Wasser trinken. Prozessbeteiligte befürchteten allerdings, er wolle sich mit Zeugen absprechen. Sie folgten ihm nach. Am Gang traf der 22-Jährige auf seinen Kontrahenten, der allerdings nicht als Zeuge geladen war. Der Streit entfachte sich dann an der Schwelle zum Verhandlungssaal. Laut Gerichtssprecherin wurde offensichtlich niemand verletzt.

Der aggressive Mann wurde von zwei Polizisten abgeführt, zwei weitere Polizisten überwachten die Verhandlung bis zu deren Ende. Der 22-Jährige, der nicht nur seine Ex-Freundin beharrlich verfolgt, sondern auch im Frühjahr an der Lokalmeile Rudolfskai in der Stadt Salzburg zwei Leutnants des Bundesheers verprügelt haben soll, erhielt zehn Monate bedingte Haft. Die zwei Mitangeklagten wurden freigesprochen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.