Erstellt am 25. Mai 2014, 00:37

Real gewann Champions League gegen Atletico. Der Traum von "La Decima" ist für Real Madrid am Samstag in Erfüllung gegangen.

Der spanische Rekordchampion gewann das Finale der Fußball-Champions-League vor 61.000 Zuschauern im Estadio da Luz von Lissabon gegen den Stadtrivalen Atletico mit 4:1 (1:1,0:1) nach Verlängerung und holte damit zum zehnten Mal insgesamt die wichtigste Europacup-Trophäe. In einem Endspiel der schlechteren Sorte hatte Diego Godin Atletico in der 36. Minute in Führung gebracht, Sergio Ramos glückte in der 93. Minute der Ausgleich. In der darauffolgenden Verlängerung hatte Real dank Gareth Bale (110.), Marcelo (118.) und Cristiano Ronaldo (120./Elfmeter) das bessere Ende für sich.

Dabei hatten Atletico nur rund 90 Sekunden auf den zweiten Titel nach der spanischen Meisterschaft vor einer Woche gefehlt. Damals reichte ein 1:1 beim FC Barcelona zum großen Triumph, Torschütze in diesem Match war ebenfalls Godin, der neuerlich zum großen Atletico-Helden zu avancieren schien. Wie schon im Camp Nou war der Innenverteidiger aus Uruguay aus einem Eckball erfolgreich. Gabi brachte den Ball zur Mitte, nach einer kurzen Real-Abwehr beförderte Juanfran das Spielgerät zurück in die Gefahrenzone. Godin gewann das Kopfballduell mit Khedira und der Ball flog über den ein paar Schritte herausgekommenen Goalie Casillas, der den Ball erst hinter der Linie abwehren konnte.

Davor hatte die Partie mit spektakulären Szenen gegeizt. Atletico ließ die Real-Stars durch kompaktes Auftreten und rustikales Zweikampfverhalten überhaupt nicht ins Spiel kommen, Ronaldo enttäuschte genauso wie Benzema über weite Strecken. Der ebenfalls eher farblose Bale hatte zumindest in der 32. Minute einen großen Auftritt: Nach einem fürchterlichen Fehlpass von Tiago zog der 100-Millionen-Mann aufs Atletico-Tor, schoss aber aus rund elf Metern daneben.

Doch nicht nur Reals viel gerühmtes Offensivtrio ließ lange Zeit aus. Der etwas überraschend für den gesperrten Xabi Alonso aufgebotene Khedira wirkte in seinem dritten Pflichtspiel von Beginn an nach überstandenem Kreuzbandriss nicht nur beim Gegentor überfordert, sondern war auch im Spielaufbau immer wieder fehlerhaft. Da schien Atletico verkraften zu können, dass Diego Costa schon in der 9. Minute wieder ausgetauscht werden musste. Die Behandlung seines Muskelfaserrisses im Oberschenkel mit Pferde-Plazenta in Belgrad hatte doch nicht die gewünschte Wirkung erzielt.

Vor Costa hatte mit Arda Turan ein weiterer Schlüsselspieler von Atletico passen müssen, dennoch erwiesen sich die Rot-Weißen für Real auch nach dem Seitenwechsel vorerst als nicht zu knackende Nuss. So kamen die "Königlichen" gegen ihren Stadtrivalen durch Ronaldo zunächst nur zu Halbchancen: Courtois war bei einem Freistoß mit einer Faustabwehr zur Stelle (54.), wenige Sekunden später köpfelte der Portugiese am Tor vorbei, in der 62. Minute rasierte der Weltfußballer den Ball aus guter Position per Kopf und in der 75. Minute ging sein Seitfallzieher deutlich über die Querlatte.

Zwei Minuten zuvor war ein Bale-Schuss am Ziel vorbeigeflogen, in der 78. Minute traf der Waliser nur das Außennetz. Im Finish packte das "weiße Ballett" die Brechstange aus und schaffte in der 93. Minute doch noch den Ausgleich: Ramos, der schon auswärts gegen die Bayern zweimal aus Standardsituationen getroffen hatte, war per Kopf nach einem Modric-Corner erfolgreich.

In der dadurch notwendig gewordenen Verlängerung diktierte Real klar das Geschehen, die Atletico-Kicker schleppten sich nur noch über den Platz und mussten schließlich dem hohen Aufwand Tribut zollen - Bale (110.), Marcelo (118.) und Ronaldo aus einem Elfer (120.) entschieden die Partie.

Atletico schrammte damit wie schon vor 40 Jahren hauchdünn am Sieg im wichtigsten Europacup-Bewerb vorbei. Damals kassierten die "Colchoneros" kurz vor Schluss gegen die Bayern den Ausgleich und verloren anschließend das Wiederholungsspiel 0:4.