Erstellt am 06. Juli 2016, 13:26

von APA Red

Telefon gehackt: Provider muss 10.000 Euro zahlen. Statt 210 Euro wie üblich machte die Telefonrechnung plötzlich mehr als 10.000 Euro aus - weil die Telefonanlage gehackt und über eine ägyptische IP-Adresse sündteure Auslandsgespräche geführt worden waren.

 |  dpa

Der Streit um diese Kosten ging bis zum Obersten Gerichtshof (OGH) und der entschied nun, dass der Provider auf den Kosten sitzen bleibt.

"Es überspannt nicht die Schutz- und Sorgfaltspflichten der Klägerin als Betreiberin von Kommunikationsdiensten, wenn man von ihr verlangt, ihr leicht mögliche Maßnahmen zur Abwehr von Hackerangriffen zu ergreifen", erklärte der OGH.

Leistungen, die unter Verletzung dieser Pflichten durch den Betreiber entstanden sind, müssen nicht vergütet werden. Solche durch den Hackerangriff verursachten Leistungen seien wesentlich früher in den Wahrnehmungsbereich des Anbieters als jenen der Beklagten gelangt - und der habe nichts getan, um den Angriff abzuwehren oder den Kunden zumindest zu warnen.