Erstellt am 15. April 2016, 08:24

Rechtsextreme Störaktion: Acht Anzeigen. Nach der rechtsextremen Störaktion des Elfriede-Jelinek-Stücks "Die Schutzbefohlenen" im Audimax der Wiener Universität am Donnerstagabend, sucht die Polizei weiter nach den Tätern.

 |  NOEN, APA (KUNDRAT)

Die Aktion habe sieben Minuten gedauert, dabei sei es zu einem Handgemenge gekommen, berichtete Polizeisprecher Thomas Keiblinger am Freitag der APA. In acht Fällen werde Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.

Etwa 30 Identitäre waren während der Aufführung auf die Bühne gestürmt und hätten Transparente und Fahnen der Identitären Bewegung entrollt, so Keiblinger. Außerdem seien Flugblätter mit dem Text "Multikulti tötet" in das etwa 700 Personen umfassende Publikum geschmissen und Kunstblut verspritzt worden.

Nach einem Handgemenge und Gerangel gelang es Teilen des Publikums, die Rechtsextremen hinauszudrängen, acht Personen klagten danach über Schmerzen im Bauchbereich.

Der Polizeieinsatz begann laut Keiblinger um 20.47 Uhr. Im Zuge der folgenden Alarmfahndung waren elf Funkstreifen der Wiener Polizei und der Wega im Einsatz. Drei Personen seien in Folge dessen im Bereich der Universität angehalten und ihre Identität festgestellt worden.

Außerdem werte die Polizei zahlreiche Handyvideos des Vorgangs aus, so Keiblinger. Bis zum Ende der Vorstellung, die nach der Unterbrechung fortgesetzt wurde, seien Polizisten im Saal geblieben.