Erstellt am 20. Juli 2015, 11:46

von APA/Red

Rechtsmittelentscheidungen nach Amokfahrt nach Wien verlegt. In der Strafsache gegen jenen Lenker, der am 20. Juni in Graz bei einer Amokfahrt drei Personen getötet und 36 verletzt haben soll, werden Rechtsmittelentscheidungen künftig am Oberlandesgericht Wien getroffen.

 |  NOEN, APA (Archiv)

Da sich eine Richterin des Grazer Oberlandesgerichts unter den Verletzten befindet, soll der Anschein der Befangenheit vermieden werden, teilte das OLG Graz am Montag mit. Die normalen Ermittlungen gegen den Verdächtigen bleiben bei der Grazer Staatsanwaltschaft, Entscheidungen über Einsprüche oder eine Haftbeschwerde des Mannes werden künftig aber in Wien getroffen.

Opfer bekommen Schadenersatzzahlungen

Mittlerweile bekommen die ersten Opfer Schadenersatzzahlungen von der Kfz-Versicherung, bei der der Wagen des Mannes haftpflichtversichert war. Das Fahrzeug war offenbar auf den Vater des 26-Jährigen angemeldet. Die Wiener Städtische wickle derzeit die Auszahlung an die ersten rund 20 Opfer - "leicht Geschädigte" - ab, bestätigte Sprecher Christian Kreuzer einen Bericht des ORF Radio.

Bei den weiteren Opfern seien aufwendigere Recherchen nötig, weshalb noch Gespräche geführt werden. Insgesamt gebe es Forderungen von 35 bis 40 Geschädigten. Die Versicherung plant die Auszahlung von insgesamt sieben Millionen Euro, wobei etwa 5,8 Millionen Euro an Verletzte und Angehörige fließen sollen, die restlichen 1,2 Millionen Euro werden für materielle Schäden bezahlt.