Erstellt am 31. Mai 2014, 08:31

Red Ribbon Celebration Concert. Jene, denen der Life Ball selbst zu schrill und bunt ist, treffen sich mittlerweile traditionell am Vorabend zum "Red Ribbon Celebration Concert" im Burgtheater.

 Das bunte Klassikevent versammelte zum Auftakt des Wochenendreigens am Freitagabend eine verzweifelte Hausfrau und eine bärtige Lady ebenso wie Hochkaräter der Opernwelt und klinkte sich ins Life-Ball-Motto des "Gartens der Lüste" ein.

Unter der Abendregie von Alexander Wiegold erweiterten die Lesungen und Arien diese Vorgabe allerdings in Richtung verlorener Paradiese. "Desperate Housewives"-Star Marcia Cross las Oscar Wilde, während sich Song-Contest-Gewinnerin Conchita Wurst im Gegenzug "Alice im Wunderland" vornahm. Sunnyi Melles schwebte bei ihrem Mankell-Vortrag an Seilen durch die Luft und Ben Becker packte sich für seine Interpretation des Marlene-Dietrich-Klassikers "Sag mir wo die Blumen sind" in einen dicken Wintermantel.

Florez musste Auftritt absagen

Die Freunde der singenden Prominenten mussten zum Auftakt des gut dreistündigen Abends zunächst verkraften, dass der peruanische Tenorbeau Juan Diego Florez seinen Auftritt krankheitsbedingt absagen musste. Dafür gaben sich Stars wie Piotr Becza?a, Thomas Hampson, Luca Pisaroni, Ildar Abdrazakov oder Vesselina Kasarova ein charmantes Stelldichein, für dessen musikalische Begleitung von Carl Maria von Weber bis zu Dvoraks "Rusalka" das RSO unter der Leitung seines Chefdirigenten Cornelius Meister sorgte.

Umspielt wurden die Künstler dabei von einem Projektionskonzept der Modediva Vivienne Westwood. Die Animationen nach Motiven der Stardesignerin changierten zwischen Pusteblumen mit Tauben, Tauben ohne Pusteblumen und immer wieder Motiven aus dem Figurenkosmos eines Hieronymus Bosch. Dass es bei Abenden wie dem "Red Ribbon Celebration Concert" jedoch nicht nur um Unterhaltung geht, daran erinnerte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton das Publikum: "Am Ende investieren Sie und schenken damit Leben."

Wie jedes Jahr geht der Reinerlös der Veranstaltung an Clintons Health Access Initiative. Diese unterstützt speziell die Prävention in Afrika, um die Übertragung des HI-Virus von der schwangeren Mutter auf ihr ungeborenes Kind zu verhindern. Es sei dabei nicht selbstverständlich, dass die Österreicher auch so engagiert bei Themen blieben, die hinter ihrer Landesgrenze stattfänden, unterstrich Clinton. "Aids Life ist eine der besonderen Hilfsorganisationen der Welt", streute er der Initiative des Life-Ball-Organisators Gery Keszler Rosen.