Erstellt am 07. September 2014, 14:19

"Reifeprüfung" Österreichs gegen Schweden. Das österreichische Fußball-Nationalteam will am Montag in Wien gegen Schweden den Grundstein zu einer erfolgreichen EM-Qualifikation legen.

Es gilt, die Weiterentwicklung seit dem Scheitern in der vergangenen WM-Quali zu beweisen. Teamchef Marcel Koller geht zuversichtlich in den Heimauftakt, von der Favoritenrolle will der Schweizer aber nichts wissen.

„Wir müssen uns nicht verstecken"

„Das ist eine gestandene Truppe, die sehr viel Erfahrung hat", warnte Koller vor den Schweden. Im Juni 2013 hatte es für die Österreicher im Ernst-Happel-Stadion dennoch zu einem 2:1-Heimsieg gereicht. In bisher zwölf Anläufen haben die Schweden noch nie in Wien gewonnen. Koller: „Wir haben gezeigt, dass wir Schweden schlagen können. Von daher müssen wir uns nicht verstecken. Wir haben genügend gute Spieler hier."

Einer der Vorteile des ÖFB-Teams könnte die größere Eingespieltheit sein. Während Koller in zweieinhalb Jahren im Amt seinen Stamm gefunden hat, hat Schwedens Coach Erik Hamren zuletzt nicht nur Personal, sondern auch das System in ein 4-3-3 mit Kapitän Zlatan Ibrahimovic im Sturmzentrum geändert. „Es kann sein, dass das vielleicht noch nicht 100-prozentig klappt", meinte Koller.

Ansonsten ortete Koller beim Gegner wenig Schwächen. „Sie sind körperlich und läuferisch gut, auch in der Defensive. Und vorne haben sie mit Ibrahimovic einen Spieler, der ein Spiel alleine entscheiden kann", erinnerte der 53-Jährige. Die Schweden seien aber weit mehr als ihr Superstar. „Sie haben auch im Mittelfeld Spieler mit viel Erfahrung. Das sind alles Spieler, die Fußball spielen können."

„Wir haben uns natürlich weiterentwickelt"

Koller wird mit seinem gewohnten 4-2-3-1 dagegenhalten. Über eine Position in seiner Startaufstellung sei er selbst noch unschlüssig. „Wir sind im Moment bei zehn Mann", erklärte der Schweizer Sonntagmittag. Im Sturm dürfte trotz seiner langen Anreise Marc Janko den Vorzug gegenüber Rubin Okotie erhalten. „Ich hatte nie das Gefühl, dass er aus Australien gekommen ist", sagte Koller über die Trainingswoche des neuen Sydney-Legionärs.

Im Tor hat Robert Almer gute Karten, seinen Status als Nummer eins zu behalten. In der Innenverteidigung baute Koller zuletzt das Duo Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger auf. Offen scheint die zweite Position im defensiven Mittelfeld neben Bayern-Star David Alaba. Für den wiedererstarkten Julian Baumgartlinger spricht seine internationale Erfahrung, für Salzburgs Stefan Ilsanker seine physische Präsenz.

Im vergangenen Oktober hatte ein 1:2-Niederlage in Stockholm das Aus der österreichischen WM-Träume besiegelt. „Wir haben uns natürlich weiterentwickelt", versicherte Koller. „Je länger man zusammen ist, desto wohler fühlt man sich. Auf dem Platz ist das aber alles Makulatur. Laufwege und Taktik müssen passen. Es kommt aber auch auf die Tagesform an. Die kann man nicht immer so beeinflussen, wie man sich das vorstellt."

„Hochs und Tiefs sind normal"

In schlechter Form hat sich das ÖFB-Team zuletzt nicht präsentiert. Die Auswahl ist fünf Spiele in Folge ungeschlagen, die vergangenen vier Pflichtspiele im eigenen Stadion wurden allesamt gewonnen. Schweden komme dennoch aus Lostopf zwei und sei daher höher einzuschätzen als Österreich (Topf drei). Koller: „Aber wir spielen zu Hause und wollen unser Spiel spielen. Ob du ein Spiel gewinnst oder nicht, hat ohnehin nichts mit der Favoritenrolle zu tun."

Die "Reifeprüfung" für sein Team wollte Koller nicht auf den Auftakt gegen Schweden reduziert wissen, geht es doch danach im Herbst noch zu Hause gegen Montenegro und Russland, die beiden weiteren aussichtsreichen Teams in Gruppe G. „Die Reifeprüfung wird die ganze Qualifikation sein, nicht nur ein Spiel", betonte Koller. „Hochs und Tiefs sind normal. Aber natürlich wäre ein erfolgreicher Start gut. Das gibt noch einmal Schwung mit."