Erstellt am 25. Januar 2016, 12:03

Rekordschneefälle von Washington D.C. bis New York. Fast 60 Zentimeter Schnee in Washington D.C., knapp 70 im New Yorker Central Park. Dazu in weiten Teilen der US-Ostküste orkanartige Böen, Eisregen sowie eine Sturmflut an der Atlantikküste.

Winterlandschaft mit Straße - winter landscape and road  |  NOEN

Die Bilanz des Blizzards, der am vergangenen Wochenende in weiten Teilen der USA das öffentliche Leben zum Erliegen gebracht hat, ist durchaus beachtlich. Der Wetterdienst UBIMET präsentiert die interessantesten Zahlen und Fakten zum Sturm.

Im Osten der USA musste sich die Bevölkerung in vielen Regionen durch noch nie dagewesene Schneemassen kämpfen. In der Hauptstadt Washingtion D.C. lagen am Ende des Schneefalls rund 56 Zentimter der weißen Pracht. Im Big Apple schneite es noch mehr: Im Central Park wurden knapp 68 Zentimeter Neuschnee registriert. „Damit wurde der bisherige Allzeitrekord in New York aus dem Jahr 2006 nur um wenige Millimeter verfehlt“, sagt UBIMET-Meteorologe Josef Lukas.

In den Gebieten außerhalb der großen Städte waren die Schneemengen zum Teil noch extremer: Auf dem höchsten Berg der Appalachen, dem Mount Mitchell (North Carolina), fielen insgesamt sogar 167 Zentimeter, so viel wie noch nie zuvor. Aber auch sonst brachte der Blizzard auf einem Gebiet größer als Deutschland verbreitet 60 bis 100 Zentimeter Neuschnee. „Diese Schneemassen sind selbst für die blizzarderprobten Nordamerikaner rekordverdächtig“, fügt Lukas hinzu. Der orkanartige Wind mit Spitzen von bis zu 120 km/h führte zudem zu teils meterhohen Schneeverwehungen.

Sturmflut an der Küste und Eisregen

Wie so oft sorgten aber nicht nur Schnee und Sturm für große Probleme: Eine bis zu 2 Meter hohe Sturmflut an der Küste von Delaware, New Jersey und Maryland setzte ganze Landstriche unter Wasser. „Diese Regionen waren somit nach Hurrikan Sandy 2012 bereits zum zweiten Mal binnen dreieinhalb Jahren von schweren Überschwemmungen betroffen“, sagt Lukas.

In North Carolina führte der starke Eisregen zu Schwierigkeiten und Schäden. In manchen Gebieten legte sich das Eis zentimeterdick über die Landschaft. Zahlreiche Bäume, aber auch Stromleitungen hielten der enormen Eislast nicht mehr stand und stürzten um bzw. brachen zusammen. „Damit kam es zu großflächigen Stromausfällen, womit viele Bewohner weder kochen noch heizen konnten“, so Lukas.

Sonnenschein und Tauwetter

Mittlerweile ist der Sturm aber abgezogen und strahlender Sonnenschein taucht die Landschaft in ein wahres Winterwunderland. „Daran ändert sich die kommenden Tage nur wenig, die Temperaturen legen aber langsam zu“, sagt Lukas „Damit gibt es bei Temperaturen von bis zu 7 Grad zumindest tagsüber verbreitet Tauwetter.“