Erstellt am 27. August 2014, 12:23

von APA/Red

Rewe spürt Importverbot. Der deutsche Einzelhandelsriese Rewe, der in Österreich u. a. mit Billa und Merkur vertreten ist, spürt die Ukraine-Krise in seinen russischen Billa-Filialen.

 |  NOEN, NÖN
Wegen des russischen Importverbots für westliche Lebensmittel kann Rewe weniger Artikel anbieten, zudem macht dem Konzern die Talfahrt des Rubels zu schaffen, sagte Rewe-International-Chef Frank Hensel dem "WirtschaftsBlatt" (Mittwoch).

"Wir haben in Russland 97 Billa-Filialen und eine hohe Eigenversorgung. Im Sortiment sind wir aber betroffen", wird er zitiert. Man schreibe nach wie vor "gute Zahlen" und beobachte die Situation sehr genau. "Was wir aber jetzt schon spüren, ist der Wechselkurs", so Hensel. In Landeswährung sei Russland der dynamischste Markt der Gruppe. "Ende des Jahres wird sich die Dynamik wegen Wechselkursschwankungen aber nicht mehr so zeigen können."

Konsumlaune in Österreich "nicht gut"

Für den gesamten Konzern rechnet Hensel heuer mit einem Umsatzplus. Der Ausblick auf das nächste Jahr fällt aber verhalten aus. In Österreich ruft Hensel die Politik erneut zum Handeln puncto Wettbewerbsfähigkeit auf. "Wenn Österreich nicht beginnt, seine Hausaufgaben für die Kernprobleme des Landes zu machen - und dafür ist nur noch wenig Zeit - dann sehe ich auch 2015 als schwieriges Jahr."

Momentan sei die Konsumlaune in Österreich, im Gegensatz zu anderen Ländern, "nicht gut". Real betrachtet habe der Lebensmittelhandel im ersten Halbjahr "fast eine Null, maximal ein ganz leichtes Plus" erwirtschaftet.

Spar-Jubiläum wirkt sich auf Marktanteil aus

Das 60-Jahr-Jubiläum des Rivalen Spar werde sich auf den Abstand beim Marktanteil "auswirken". Über zwei Jahre betrachtet werde die Aufteilung des österreichischen Marktes aber "ziemlich gleich" bleiben.

Neben Österreich seien für Rewe auch Tschechien und die Slowakei "stabil", der Balkan entwickle sich positiv. Billa hat kürzlich Italien den Rücken gekehrt. Ob der Konzern weitere Rückzugspläne wälzt? "Wir überprüfen permanent unser Portfolio, das ist keine Stichtagserhebung", so Hensel.