Erstellt am 27. April 2014, 09:25

Rom: Großer Andrang zur Heiligsprechung. Hunderttausende Menschen warten schon seit Stunden in Rom auf den geplanten Beginn der Heiligsprechung der früheren katholischen Kirchenoberhäupter Johannes Paul II. und Johannes XXIII.

Um 05.30 wurde der Zugang zum Petersplatz geöffnet. Tausende Pilger, die trotz Gewitter die Nacht unweit des Vatikan verbracht hatten, strömten auf den Platz.

Nach Gebetswachen in allen größeren Kirchen der römischen Innenstadt ist am Sonntag um 10.00 Uhr die sogenannte Erhebungsmesse mit Papst Franziskus geplant. Auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. wird die Messe zur Heiligsprechung seiner Vorgänger mitzelebrieren. Vor allem aus Polen, dem Heimatland von Papst Johannes Paul II. (1978-2005), sind Zehntausende zur Heiligsprechung Karol Wojtylas angekommen.

Unmittelbar nach dem Bußakt innerhalb der Messe beginnt der eigentliche Ritus der Heiligsprechung. 150 Kardinäle und 1.500 Bischöfe aus aller Welt, darunter der langjährige Privatsekretär von Johannes Paul II., Kardinal Stanislaw Dziwisz, werden auf dem Petersplatz gemeinsam mit den Gläubigen feiern. Aus Österreich sind neben Vizekanzler Finanzminister Michael Spindelegger der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics nach Rom gereist.

Aus Vatikan-Kreisen verlautete, dass Papst Franziskus vor der Heiligsprechung die Via della Conciliazione beschreiten und dabei die Pilger begrüßen und segnen werde. Rund um den Vatikan wurden höchste Sicherheitsvorkehrungen ergriffen. Über 10.000 Soldaten und Polizisten sind im Einsatz.

Tausende Menschen, die wegen des großen Andrangs den Petersplatz selbst nicht erreichen konnten, versammelten sich vor den 18 großen Bildschirmen, die in der Innenstadt für die Heiligsprechung aufgestellt wurden. Noch am frühen Sonntagmorgen trafen Dutzende weitere Pilgerbusse ein, viele aus Polen, der Heimat von Johannes Paul II., sowie aus dem lombardischen Bergamo, Heimatstadt von Johannes XXIII..

Auch in Polen bereiteten sich Tausende mit nächtlichen Gebetswachen auf öffentlichen Plätzen und in Kirchen auf die Heiligsprechung von Johannes Paul II. vor. Auf dem Warschauer Pilsudski-Platz kamen trotz kühler Temperaturen und Dauerregens etwa 1.500 Menschen zusammen.

In Krakau versammelten sich die Gläubigen unter dem "päpstlichen Fenster" des Bischofspalastes, dessen Fassade zur "Leinwand" einer Videoinstallation mit Zitaten und Filmeinspielungen von Besuchen Johannes Pauls wurde. Auch im südpolnischen Wadowice, dem Geburtsort des polnischen Papstes, und in allen größeren Städten des Landes waren Gebetswachen organisiert worden. Umfragen zufolge halten 88 Prozent der Polen die Heiligsprechung "ihres" Papstes für ein wichtiges Ereignis.