Erstellt am 26. April 2014, 10:42

Rom von Pilgern aus aller Welt bestürmt. Rom wird von Pilgern aus aller Welt bestürmt, die zur Heiligsprechung von Johannes Paul II. und von Johannes XXIII. angereist sind. Schon am frühen Samstag strömten begeisterte Gläubige mit Fahnen und Plakaten mit Fotos der beiden Päpste in Richtung Vatikan.

Seit Samstagfrüh sind die umliegenden Straßen und Plätze um den Vatikan eine riesige Fußgängerzone. Trotz wechselhaften Wetters sangen einzelne Gruppen religiöse Lieder, immer wieder bildeten sich Gebetsgruppen und kleine Prozessionen. Carabinieri, Sicherheitsdienste und Mitarbeiter von Zivilschutzbehörden errichteten Absperrungen und kontrollieren den Massenansturm. Aus den angrenzenden Straßen verschwanden die parkenden Autos.

Per Bahn, per Flugzeug und per Bus trafen am Samstag tausende Pilger ein. Mit bis zu einer Million Menschen, darunter Hunderttausende Polen, rechnet die Stadt Rom. Die großen Kirchen der römischen Innenstadt werden die ganze Nacht lang für Gebete für die neuen Heiligen geöffnet bleiben. Gläubige können dort mit Jugendlichen aus der Diözese Rom bis zum Morgengrauen beten, singen und das Bußsakrament empfangen.

Um den Transport der Pilger zu gewährleisten, fahren römische Metro und Busse außerplanmäßig die ganze Nacht lang. Einlasskarten für die Messe auf dem Petersplatz wurden im Vorfeld nicht vergeben. Wer rechtzeitig kommt, sichert sich die besten Plätze. Es wird damit gerechnet, dass tausende Pilger die Nacht unweit des Vatikans verbringen werden, um sich schon am frühen Sonntag den Zugang zum Petersplatz zu sichern. Die Zeremonie wird auf zahlreichen Großbildschirmen im römischen Stadtgebiet übertragen. Große Videoleinwände gibt es etwa in der Via della Conciliazione, auf der Piazza del Popolo sowie auf den Kaiserforen.

Höhepunkt ist Sonntag ab 10.00 Uhr die feierliche Heiligsprechungsmesse auf dem Petersplatz mit Papst Franziskus. Unmittelbar nach dem Bußakt beginnt der eigentliche Ritus der Heiligsprechung. 150 Kardinäle und 1.500 Bischöfe aus aller Welt, darunter der langjährige Privatsekretär von Johannes Paul II., Kardinal Stanislaw Dziwisz, werden auf dem Petersplatz gemeinsam mit den Gläubigen feiern. Aus Österreich reist neben Vizekanzler Finanzminister Michael Spindelegger der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics nach Rom.

Erwartet werden Delegationen aus 93 Ländern. An der Heiligsprechungszeremonie werden der italienische Präsident Giorgio Napolitano und Premier Matteo Renzi sowie das polnische Staatsoberhaupt Bronislaw Komorowski und dessen Amtskollege aus Paraguay, Horacio Cartes, teilnehmen. Anwesend sind auf dem Petersplatz am Sonntag auch Spaniens König Juan Carlos und seine Frau Sofia sowie der spanische Premier Mariano Rajoy, der belgische König Albert II. und Königin Paola.

Die EU ist mit Ratspräsident Herman Van Rompuy und Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso vertreten. Anwesend sind auch der polnische Friedensnobelpreisträger Lech Walesa sowie der Präsident der argentinischen Abgeordnetenkammer, Julian Dominguez, und der ukrainische Übergangsregierungschef Arseni Jazenjuk, der am Samstag Papst Franziskus und Italiens Premier Renzi trifft.