Erstellt am 14. März 2016, 15:20

von APA/Red

Roma-Vertreter Rudolf Sarközi gestorben. Ein Kämpfer für die Rechte von Roma und Sinti in Österreich ist tot. Rudolf Sarközi ist im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit am Wochenende gestorben.

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Vertreter aus Politik und Religion zollten dem Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma und Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma am Montag Respekt. Sarközi war auch für die SPÖ aktiv.

Rudolf Sarközi kam am 11. November 1944 im wenige Jahre zuvor von den Nationalsozialisten eingerichteten Anhaltelager für Roma und Sinti im burgenländischen Lackenbach zur Welt. "Als Außenseiter der Gesellschaft - 'Zigeuner'- war es für mich unmöglich, einen Lehrplatz zu bekommen", schrieb er. So arbeitete er am Bau und als Monteurgehilfe bei einer Wasser- und Heizungstechnikfirma und übersiedelte nach Wien, wo er für die Gemeinde arbeitete. Als erster Rom wurde der SPÖ-Politiker Bezirkrat in Wien, genau in Döbling.

Anerkennung der Roma und Sinti

Sarközi setzte sich mit aller Kraft für die Anerkennung der Roma und Sinti als österreichische Volksgruppe ein. 1993 waren die Bemühungen schließlich von Erfolg getragen. 1995, als bei einem Rohrbombenattentat in Oberwart vier Bewohner der Roma-Siedlung ermordet wurden, stand die Volksgruppe plötzlich im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Im selben Jahr übernahm er den Vorsitz im neu eingerichteten Volksgruppenbeirat der Roma und Sinti. Sarközis Engagement wurde mit vielen Auszeichnungen gewürdigt, so war er Träger des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich und von Ehrenzeichen mehrerer Bundesländer.

Trat für Zusammenhalt in der Gesellschaft ein

Zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens betrauerten Sarközis Tod. Allen voran Bundespräsident Heinz Fischer, der mit "großer Betroffenheit" reagierte. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bezeichnete den Roma-Vertreter als Brückenbauer, der "stets für Zusammenhalt in der Gesellschaft eintrat". Auch Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) und die Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) würdigten Sarközis Lebenswerk, ebenso Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und die Israelitische Kultusgemeinde.

In memoriam Rudi Sarközi wiederholt Ö1 eine Ausgabe der "Menschenbilder" aus dem Jahr 2007 - am Sonntag, den 20. März um 14.05 Uhr.