Erstellt am 27. Dezember 2015, 18:56

von APA/Red

Rückeroberung von Ramadi vom IS. Nach tagelangen Kämpfen hat die irakische Armee nach eigenen Angaben die Provinzhauptstadt Ramadi vom "Islamischen Staat" (IS) zurückerobert.

 |  NOEN, APA (AFP)

Soldaten hätten mit dem Regierungsgebäude die Kontrolle über den letzten Rückzugsort des IS in der Stadt übernommen, erklärte Armeesprecher Sabah al-Numani am Sonntag. Damit sei der IS in Ramadi besiegt. Es habe kaum Widerstand gegeben. 

Zahlreiche IS-Kämpfer seien geflohen oder bei Luftangriffen getötet worden. Die US-geführte Allianz hatte den Vormarsch der Soldaten aus der Luft unterstützt. Für die Regierung in Bagdad ist die Rückeroberung Ramadis einer ihrer größten Erfolge im Kampf gegen den IS, seit die Miliz 2014 etwa ein Drittel des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatte.

Die Offensive hatte am Dienstag begonnen. Sie kam aber nur langsam voran, da die Armee nach Angaben des Sprechers Opfer unter der Zivilbevölkerung vermeiden wollte und auch viele Sprengsätze in Häusern und am Straßenrand entschärfen musste. Nach der Einnahme des Regierungsgebäudes müssten nun nur noch vereinzelte IS-Kämpfer in der Stadt aufgespürt werden.

Ramadi liegt rund zwei Autostunden von der irakischen Hauptstadt Bagdad entfernt. Für den IS war die Eroberung der Stadt im Mai der größte Triumph heuer. Damals galt der Fall der Stadt als Beleg für die Hilflosigkeit der irakischen Armee gegenüber den Extremisten. Die Rückeroberung hat deshalb auch Signalwirkung für den weiteren Kampf gegen die radikale Islamistenmiliz. Dem IS wurde damit nach Tikrit im April die zweite größere Stadt entrissen. Hauptziel ist aber, die Extremisten auch aus der im vergangenen Jahr eroberten zweitgrößten irakischen Stadt Mossul sowie aus der anderen Hochburg Falluja zu verjagen.

Auch im benachbarten Syrien gab es zuletzt Berichte über Erfolge im Kampf gegen den IS. Die von den USA unterstützte Allianz syrischer Kurden und arabischer Rebellengruppen meldeten am Samstag die Einnahme eines wichtigen Staudamms.