Erstellt am 28. August 2014, 12:07

von APA Red

Russische Invasion in der Ukraine. Bei den Kämpfen in der Ostukraine hat das russische Militär gemeinsam mit Separatisten-Kämpfern nach ukrainischen Angaben die Kontrolle über die Ortschaft Nowoasowsk übernommen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach am Donnerstag von einer "russischen Invasion". Poroschenko sagte einen geplanten Besuch in der Türkei ab und berief eine Notfallsitzung ein.

Separatistensprecher: "Befreiung der Stadt ist Sache von Tagen"

Zuvor hatte bereits der Separatistenführer Alexander Sachartschenko erklärt, man mache an der Küste des Asowschen Meeres rasche Fortschritte. Man rücke nun mit Panzern auf die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol vor.

"Die Befreiung der Stadt ist eine Sache von Tagen", kündigte ein Separatistensprecher an. Sachartschenko erklärte, dass rund 3.000 Freiwillige aus Russland "bei ihren Brüdern sein wollen, die für ihre Freiheit kämpfen."

Die ukrainische Armee bereitet sich auf eine Offensive vor. "Wir formieren zwei Verteidigungslinien und graben uns ein", sagte ein Militärsprecher in Kiew. Die Region Mariupol am Asowschen Meer ist die Landverbindung zwischen Russland und der von Moskau im März einverleibten Halbinsel Krim.

Kampfloser Einmarsch in Nowoasowsk, Einnahme von Anhöhe

Prorussische Separatisten und russische Truppen marschierten zudem kampflos in der südöstlichen Stadt Nowoasowsk ein, meldete auch ein der Regierung in Kiew treuer Milizkämpfer. Die russischen Soldaten trügen zwar Separatisten-Flaggen, es handle sich aber um "reguläre russische Soldaten", sagte der Mann, der unerkannt bleiben wollte.

Ukrainische Armeequellen meldeten zudem, von Russland gestützte Separatisten hätten die strategisch wichtige Anhöhe Saur-Mogila eingenommen. Auch die Kämpfe im nahen Donezk gingen inzwischen weiter: Aus der von Separatisten besetzten Stadt wurden elf Tote durch Bombardement der ukrainischen Armee gemeldet.

Hollande: Russische Truppen "intolerabel und inakzeptabel"

Zuvor hatte am Mittwoch die ukrainische Regierung gemeldet, es sei ein Konvoi russischer Truppen mit Panzerfahrzeugen über die Grenze gekommen. Die USA hatten den Einmarsch verurteilt. Russische Truppen seien 50 km hinter der Grenze auf ukrainischem Boden entdeckt worden, teilte das US-Außenministerium am Mittwoch mit. Moskau "lenke" offenbar eine Gegenoffensive der Rebellen.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat am Donnerstag die USA, die EU und die G-7-Staaten darum gebeten, russisches Vermögen im Ausland bis zum Rückzug der russischen Truppen aus der Ukraine einzufrieren.

Frankreichs Präsident Francois Hollande erklärte inzwischen, es wäre "intolerabel und inakzeptabel", sollten sich russische Truppen in der Ukraine befinden. Der Schweizer Vorsitz der OSZE-Staaten berief ein Sondertreffen für 11:00 am Wiener Hauptsitz der Organisation ein.