Erstellt am 06. Juli 2014, 13:32

von APA/Red

Lawrow fordert sofortige Ukraine-Gespräche. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat in einem Telefonat mit dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier sofortige Gespräche der Konfliktparteien in der Ukrainekrise gefordert.

Bei dem Treffen müsse eine neue Waffenruhe vereinbart werden, betonte Lawrow einer Mitteilung des Außenministeriums in Moskau zufolge.

Es sei "zutiefst beunruhigend", dass die jüngst vom ukrainischen Außenminister Pawel Klimkin angekündigten Verhandlungen mit den Separatisten noch nicht stattgefunden hätten.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sei weiter zur Vermittlung solcher Gespräche bereit, sagte Lawrow der am Sonntag veröffentlichten Mitteilung zufolge. Bei dem Telefonat war auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius zugeschaltet.

Prorussen mussten weitere Stützpunkte aufgeben

Die prorussischen Aufständischen gaben unterdessen den dritten wichtigen Stützpunkt innerhalb von 24 Stunden auf. Nach den Hochburgen Slawjansk und Kramatorsk hätten sich die militanten Gruppen auch aus Nikolajewka zurückgezogen, sagte der Separatistenanführer Igor Girkin ("Strelkow") am Sonntag.

Nach dem Vorrücken der Regierungskräfte mit Panzerfahrzeugen, Kampfhubschraubern und Artillerie habe die "Volkswehr" die Stellungen nicht mehr halten können, räumte er ein. Die Aufständischen würden ihre Kräfte nun in Donezk sammeln. Am Rande der Großstadt und in der Nähe des örtlichen Flughafens sei es zu Gefechten gekommen, hieß es.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte die Rückeroberung der Orte als "Beginn der Wende" bezeichnet. Sie sei zwar "kein totaler Sieg", besitze aber "überragende Symbolkraft" im Kampf um die territoriale Einheit der früheren Sowjetrepublik.