Erstellt am 07. Oktober 2015, 14:34

Russland unterstützt syrische Bodenoperation. Erstmals seit Beginn der russischen Luftangriffe haben Regierungstruppen und verbündete Milizen eine Bodenoffensive gegen die Rebellen im Westen Syriens begonnen.

Russland unterstützt die Bodenoffensive aus der Luft  |  NOEN, APA (AFP)

Mit Unterstützung der russischen Luftwaffe wurden offenbar Stellungen der Aufständischen in der zentralen Provinz Hama und in benachbarten Regionen der Provinz Idlib angegriffen. Russlands Präsident Wladimir Putin bestätigte den Einsatz.

Laut Putin unterstützt Russland die syrischen Streitkräfte bei ihrer Bodenoffensive in Hama von der Luft aus. Russland werde sein Vorgehen in Syrien "mit den Einsätzen der syrischen Armee am Boden" koordinieren, sagte Putin am Mittwoch. Aus syrischen Militärkreisen hieß es kurz darauf, die Bodenoffensive sei mit Unterstützung der russischen Luftwaffe im Gange.

Zuvor war dies bereits von der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gemeldet wurden. Die Angreifer setzten demnach unter anderem Boden-Boden-Raketen ein. Es tobten heftige Kämpfe. Anzeichen, dass auch russische Soldaten an den Kämpfen am Boden beteiligt seien, gebe es zunächst nicht, sagte der Chef der Stelle, Rami Abdulrahman. Syrische Staatsmedien und die regionalen regierungsnahen Medien berichteten zunächst nichts über den Vorstoß am Boden oder die russischen Luftangriffe.

Die Provinz Idlib wird zum größten Teil von einer Rebellenallianz um den Al-Kaida-Ableger Al-Nusra-Front kontrolliert. Bisher lägen noch keine Informationen darüber vor, dass die Angreifer Geländegewinne erzielt hätten, sagte Abdulrahman.

Die russischen Luftangriffe hätten Fahrzeuge und Rebellenstellungen getroffen. Die Allianz der selbst ernannten "Eroberungsstreitkräfte" schicke Verstärkung nach Hama, um die Offensive zu stoppen, sagte Abdulrahman. Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle können von unabhängiger Seite kaum verifiziert werden. Gegner und Verbündete des Regimes hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass Tausende Kämpfer aus dem Iran und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah für eine Bodenoffensive der Armee gegen Rebellen nach Syrien verlegt worden seien.

Russland startete vor einer Woche seine Luftangriffe auf die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) und andere Rebellengruppen, die die Truppen von Präsident Bashar al-Assad bekämpfen. Laut der oppositionsnahen Beobachtungsstelle waren die russischen Luftangriffe in der Nacht auf Mittwoch und Mittwoch früh die bisher stärksten.

Das russische Militär erklärt sich unterdessen bereit, mit den USA über eine engere Abstimmung bei Luftangriffen in Syrien zu sprechen. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in Moskau. Das russische Verteidigungsministerium habe die Vorschläge Washingtons zu einer "Koordinierung der Operationen" intensiv geprüft und stimme mit ihnen weitgehend überein, erklärte Sprecher Igor Konatschenkow. "Im Großen und Ganzen können diese Vorschläge umgesetzt werden."

Die schiitischen Milizen im Irak begrüßen unterdessen Russlands Militärintervention in Syrien. Die russischen Luftangriffe auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) seien eine wichtige Entwicklung und glaubwürdiger als das Vorgehen der USA, sagte Milizensprecher Karim al-Nuri am Mittwoch. Die bewaffneten Gruppen gelten als Verbündete des syrischen Regimes von Bashar al-Assad.