Erstellt am 22. August 2014, 12:29

Russlands Hilfskonvoi überquerte Grenze zu Ukraine. Erste Lastwagen aus dem russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine sind am Freitag eigenmächtig auf ukrainisches Staatsgebiet gefahren.

Das meldeten russische Agenturen am Freitag vom russischen Grenzübergang Donezk. Moskau hatte zuvor mitgeteilt, nach tagelangem Tauziehen nicht mehr auf das Einverständnis des Roten Kreuzes zu warten. Laut Reuters passierten rund 20 Lkw des Konvois die russisch-ukrainische Grenze und fahren nun Richtung Luhansk. Die Lastwagen würden von pro-russischen Rebellen begleitet, hieß es. Die Führung in Kiew bestätigte, dass erste russische Lastwagen auf ukrainisches Staatsgebiet gefahren sind. "Die Kolonne hat eigenmächtig mit der Fahrt begonnen, ohne Erlaubnis der ukrainischen Seite und ohne Begleitung des Roten Kreuzes", sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter der ukrainischen Regierung.

Die Lastwagen stünden derzeit auf ukrainischem Territorium am Grenzübergang Iswarino, der von prorussischen Separatisten kontrolliert werde. Eine Sprecherin des Roten Kreuzes sagte der Agentur Interfax, die Organisation sei "kein Teil dieser Fahrzeugkolonne".

Waffen in LKWs?

Zuvor hatte das Außenministerium in Moskau erklärt: "Wir ertragen die offenen Lügen und die Weigerung, eine Einigung zu erzielen, nicht länger - Russland hat beschlossen, zu handeln." Wegen offener Sicherheitsfragen hatte der Konvoi tagelang an der Grenze gewartet. Die rund 280 Lastwagen haben nach Angaben Moskaus 1.800 Tonnen Hilfsgüter für die Bevölkerung der Ostukraine geladen. Kiew hatte befürchtete, dass Russland in dem Konvoi Waffen für die Regierungsgegner in der Ostukraine schmuggeln könnte, und bestand deshalb auf einer Inspektion der Ladung.

Unterdessen schossen prorussische Separatisten nach Angaben Kiews in der Nähe der ostukrainischen Stadt Luhansk (Lugansk) einen Armeehubschrauber ab. Bei dem Angriff am Mittwoch sei die Besatzung des Helikopters vom Typ Mi-24 getötet worden, teilte Armeesprecher Andrej Lyssenko in Kiew am Freitag mit. Der Hubschrauber wurde demnach über Georgiwka etwa 20 Kilometer südlich von Luhansk abgeschossen.