Erstellt am 24. November 2014, 19:14

von APA Red

Ryder Cup 2022: Österreich hofft auf Zuschlag. Österreich will Gastgeber für den Ryder Cup 2022 sein. Der traditionelle Golf-Mannschafts-Turnier zwischen den USA und Europa ist mit einer halben Milliarde TV-Zuseher pro Tag die weltweit drittgrößte Sportveranstaltung.

Neben Österreich bewerben sich noch Deutschland, Italien, Portugal, Spanien und die Türkei. Die Entscheidung, welche Nation den Zuschlag erhält, fällt im Herbst 2015.

Oberwaltersdorf im Rennen – "Kitz" als Gegner

Bis Ende Jänner muss die Golfanlage bestimmt sein, die für Österreich ins Rennen geht. Die Entscheidung fällt zwischen dem Golfclub Fontana in Oberwaltersdorf und dem Golfclub Zillertal Uderns. Beide Bewerber präsentierten am Montagnachmittag ihre Konzepte in Wien.

"Das ist ein denkwürdiger Tag für Österreich", betonte Peter Enzinger, Präsident des Österreichischen Golf-Verbandes (ÖGV), und bezeichnete die Wahl zwischen den zwei heimischen Bewerbern als "Luxusproblem".

Die Tiroler, deren Kampagne von Heinz Schultz vorgestellt wurde, können mit über 50.000 Gästebetten in den vier Ferienregionen des Zillertals, der vorhandenen öffentlichen Infrastruktur und der erstklassigen Logistik punkten. Mit München, Innsbruck und Salzburg befinden sich zudem drei internationale Flughäfen im Umkreis von 150 Kilometern.

"Von all unseren 50.000 Gästebetten ist der Golfplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln in 30 Minuten erreichbar", sagte Schultz, der auch mit Stolz auf die deutsche "5 Sterne Superior"-Auszeichnung seiner Anlage verwies.

Wolf: "Wichtig ist, dass wir in Rot-Weiß-Rot denken"

Der GC Fontana, dessen Vorzüge von Eigentümer und Spitzenmanager Siegfried Wolf präsentiert wurden, war dagegen vor den Toren der Weltstadt Wien von 2006 bis 2009 Österreichs erster Schauplatz eines European-PGA-Tour-Events. Die Anlage wurde zudem mehrfach zum "Golfclub of the year" gewählt. Das soll auch in Zukunft wieder der Fall sein.

"Der Golfclub Fontana soll sich weiterentwickeln, Investitionen werden die Folge sein, denn das erklärte Ziel ist die Festigung und der Ausbau seiner Position im internationalen Vergleich. Die Bewerbung für den Ryder Cup 2022 ist die logische Konsequenz", erklärte Wolf, der sich so wie Schultz auch freuen würde, wenn am Ende der heimische Gegner den Zuschlag bekommen sollte. "Wichtig ist, dass wir in Rot-Weiß-Rot denken, denn wir wollen den Ryder Cup unbedingt nach Österreich bekommen."

Finanzminister Schelling verwies auf enorme Wertschöpfung

Der anfangs noch skeptische ÖGV-Präsident ist mittlerweile vollends überzeugt, dass dieses Vorhaben gelingen wird. "Beide Anlagen sind in einem Topzustand und würdige Repräsentanten. Dazu befinden wir uns in Österreich auch touristisch und organisatorisch auf einem absoluten Topniveau, wir können also den Ryder Cup veranstalten", bekräftigte Enzinger und bezeichnete die Chancen auf einen Zuschlag "auf über 50 Prozent".

Da der Ryder Cup mit Kosten von rund 30 Millionen Euro - alleine die Lizenzgebühren betragen 18 Mio. - zu Buche schlägt, ist jedoch auch die Unterstützung vonseiten der Politik ein wichtiger Faktor.

"Wenn es dazu kommt, dass wir den Ryder Cup nach Österreich bringen, dann ist die Politik gefordert, dieses Ereignis zu unterstützen", ließ Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) kürzlich bei einem Treffen mit den zuständigen Vertretern wissen und verwies auf die enorme Wertschöpfung des Ryder Cups für Österreichs Tourismus und die lokale Wirtschaft.

"Es ist eine Möglichkeit, Österreich außerhalb dessen, was wir heute schon als positive Imagekomponenten haben, neu zu positionieren. Gerade für ein kleines Land ist das besonders wichtig", meinte Schelling in einem ÖGV-Interview und verwies auf das westliche Nachbarland. "Warum ist die Schweiz so berühmt? Auch, weil sie den America's Cup (im Segeln) gewonnen hat. Und wenn ein Land ohne Meer imstande ist, den America's Cup zu gewinnen, dann werden auch wir imstande sein, den Ryder Cup nach Österreich zu holen."