Erstellt am 14. Dezember 2015, 13:08

von NÖN Redaktion

Ryder Cup nicht in Golfclub Fontana. Der Traum vom Ryder Cup im Oberwaltersdorfer Golfclub Fontana zerplatzte Montagmittag. Italien verwies die österreichische Bewerbung auf Rang zwei.

Lokalmatador Bernd Wiesberger und das europäische Ryder Cup-Team werden 2022 nicht im GC Fontana gastieren.  |  NOEN, Erich Marschik
Der Ryder Cup 2022 wird nicht wie erhofft in Niederösterreich stattfinden. Die italienische Bewerbung bekam vom Ryder Cup Europe-Komitee den Zuschlag. Der legendäre Golf-Vergleichskampf zwischen Europa und Amerika wird im September 2022 im Marco Simone Golf & Country Club in der Nähe von Rom über die Bühne gehen.

„Klar sind wir nun enttäuscht, weil wir unsere Chancen als sehr gut eingeschätzt haben. Wir standen im laufenden und engen Informationsaustausch mit den Verantwortlichen des Ryder Cup Europe. So etwas ist ja auch nur dann der Fall, wenn das Interesse an der Bewerbung groß ist. Am Ende haben wohl nur Kleinigkeiten gegenüber Italien den Unterschied ausgemacht“, ist ÖGV-Präsident Peter Enzinger überzeugt.

"Unsere Performance war großartig"

Der Österreichische Golf-Verband, das gesamte Bewerbungsteam, die vielen Mithelfer und Unterstützer brauchen aber dennoch nicht allzu lange traurig sein. „Wenn man es in der Golfsprache ausdrücken will: Wir haben das Match am 18. Loch verloren, der letzte Putt ist nicht gefallen“, meint er, „aber wir können erhobenen Hauptes aus dem Kampf um den Ryder Cup 2022 rausgehen. Unsere Performance war großartig, wir haben in diesem Jahr so viel bewegt, was wir nie für möglich gehalten hätten.“

Was letztendlich den Ausschlag gegen Österreich bzw. für Italien gegeben hat, kann und will Enzinger zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen. Er richtet seine Glückwünsche aber fair dem italienischen Golf-Verband aus: „Herzliche Gratulation an die Italiener sie werden mit Sicherheit eine würdige Host-Nation für den Ryder Cup 2022 sein. Ich wünsche ihnen auf jeden Fall viel Erfolg und alles Gute!“

"Stellenwert des Golfsports deutlich gestiegen"

Auch wenn das Jahr 2015 nicht mit dem gewünschten Zuschlag für den Ryder Cup enden wird – es war trotzdem ein erfolgreiches Jahr, wie Enzinger betont: „Der Österreichische Golf-Verband hat massiv davon profitiert, der Stellenwert des Golfsports ist in unserem Land deutlich gestiegen und die gesamte Golf-Community ist enger zusammengerückt.“

Diesen Spirit und diesen Zusammenhalt gilt es nun, in die neue Saison mitzunehmen und ganz gezielt an der Zukunft zu arbeiten. Denn auch in den nächsten Jahren stehen sehr wichtige und bedeutende Projekte, Veranstaltungen und Events auf dem Programm. So werden der Umbau des Fontana GC oder die Weiterentwicklung von European-Tour- und Challenge-Tour-Turnieren mit vollem Schwung vorangetrieben. Die Idee, mit den neun Partner-Nationen Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Russland, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern weiterhin sehr intensiv zusammenzuarbeiten und gemeinsam den Golfsport in diesen Ländern zu fördern und zu entwickeln, wird sicherlich fortgesetzt. „In diesem Konzept steckt so großes Potential für die gesamte Golfszene in Europa“, so Enzinger.

Abschließend möchte sich der ÖGV-Präsident beim gesamten Bewerbungsteam, allen Unterstützern und Supportern, insbesondere der Bundesregierung, der Stadt Wien, dem Land Niederösterreich und natürlich genau so dem Fontana GC mit Eigentümer Siegfried Wolf und der Golf Open Event GmbH als Ausrichter des European-Tour-Events ganz herzlich für die zahlreichen Arbeitsstunden und intensiven Mühen bedanken: „Wir werden die gesamte Erfahrung aus diesem Bewerbungsprozess mitnehmen und für die Zukunft und Entwicklung des Golfsports in Österreich und Osteuropa verwenden.“

Weitere Statements zur Vergabe des Ryder Cup 2022:

Siegfried Wolf (Eigentümer Fontana GC):
„Wir gehen den Weg der Weiterentwicklung des Platzes und des Clubs trotzdem konsequent voran. Es ist der Anspruch von Fontana, einen Golfplatz zu besitzen, auf dem jederzeit ein Ryder Cup gespielt werden kann.“

Herwig Straka (Ryder-Cup-Bewerbung):
„Es war eine sehr spannende und herausfordernde Bewerbung. Wir waren bis zur letzten Minute im Rennen und haben eine sehr gute Bewerbung abgegeben. Vor allem der Prozess von einer anfänglich großen Skepsis als Underdog bis hin zu einem Mit-Favoriten kann uns stolz machen. Für unsere European-Tour-Events bedeutet das sicherlich einen guten Schwung, und vielleicht werden wir trotzdem neue und zusätzliche Turniere in Österreich etablieren können.“