Erstellt am 28. Juni 2015, 17:17

Sabitzer spielt ab sofort definitiv für RB Leipzig. Nach einem erfolgreichen Gastspiel bei Meister Red Bull Salzburg ist Marcel Sabitzer am Sonntag dort gelandet, wo er ursprünglich vor knapp einem Jahr seinen Vertrag unterschrieben hatte. Der ÖFB-Teamstürmer wird in der kommenden Saison für den deutschen Zweitligisten RB Leipzig auf Torejagd gehen. Damit traf ein, was Ralf Rangnick bereits vor einem Monat unmissverständlich klargestellt hatte.

 |  NOEN, APA

"Unser Standpunkt ist vollkommen klar: Marcel Sabitzer hat einen Vertrag bei RB Leipzig und wird in der nächsten Saison in Leipzig spielen." Davon werde man "keinen Millimeter abrücken", wurde der frühere Salzburg-Sportdirektor und nunmehrige Leipzig-Trainer Rangnick bereits Ende Mai vom deutschen Fußballfachblatt "Kicker" zitiert. Am Sonntag wurde Sabitzer auf der Club-Homepage der Leipziger im vierten Absatz einer News-Meldung mit drei Zeilen willkommen geheißen.

Sabitzer hat sich nach der Entscheidung bezüglich seiner Zukunft gegenüber dem TV-Sender Sky Sport News geäußert. "Die zweite deutsche Liga ist keine schlechte Liga. Natürlich sind internationale Spiele etwas Besonderes. Trotzdem denke ich, dass ich in der zweiten Liga in Deutschland 34 gute Spiele habe, in denen ich mich weiter entwickeln kann."

Dass er nach seinem Salzburg-Gastspiel in der kommenden Saison für Leipzig auf Torejagd gehen wird, sei für ihn "völlig in Ordnung". Auch zu seiner früheren Aussage, wonach eine Zukunft in Leipzig "nicht in meinem Kopf drinnen" sei, äußerte sich der 21-Jährige: "Ich habe diese Aussage getätigt, weil Leipzig damals keinen Trainer hatte und für mich dort irgendwie keine Weiterentwicklung zu sehen war." Mit der Bestellung von Ralf Rangnick als Trainer hätte sich das geändert: "Es war für mich klar, als Ralf Rangnick Trainer wurde, dass ich diesen Schritt machen will."

"Wie ihr wahrscheinlich gerade erfahren habt, werde ich nächste Saison meinen Vertrag bei RB Leipzig erfüllen!", hatte Sabitzer zuvor auf seiner Facebook-Seite geschrieben. "Ab Donnerstag werde ich mein Bestes für RB Leipzig geben und freu mich auf die kommende Saison!" Es ist nun vorerst das Ende eines viel diskutierten Wechsel-Spiels.

Im Mai 2014 war Sabitzer von Rapid Wien zu Leipzig gewechselt und hatte bei den Ostdeutschen einen Vertrag bis 2018 unterschrieben. Es folgte ein branchenüblicher Vorgang: Sabitzer wurde sofort an einen anderen Club - Red Bull Salzburg - weiterverliehen und kehrt nun nach seinem erfolgreichen Gastspiel zu seinem Stammverein zurück.

Der Wechsel innerhalb des Red-Bull-Imperiums sorgte damals vor allem für einen moralisch fahlen Beigeschmack. Aufgrund Sabitzers Vertragssituation bei Rapid mussten sich die "Bullen" eines juristischen Tricks bedienen: Im Kontrakt des 20-Jährigen war eine Ausstiegsklausel enthalten, die aber nur bei einem Wechsel ins Ausland schlagend wurde. Daher überwies der deutsche Zweitligist Leipzig die festgeschriebene Ablösesumme von zwei Millionen Euro.

Nun folgt Sabitzer, der im Salzburg-Dress in 51 Pflichtspielen 27 Tore erzielte und 21 Assists verbuchte, schlussendlich doch seinem Teamkameraden Stefan Ilsanker nach Sachsen. Dabei hatte der 21-Jährige vor knapp einem Monat noch beteuert, nicht für RB Leipzig spielen zu wollen. "Ich werde dorthin gehen, wo ich mich am besten weiterentwickeln kann. Wenn ich ehrlich bin, ist Leipzig für die Weiterentwicklung nicht in meinem Kopf drinnen", hatte Sabitzer in einem Interview unmittelbar nach der Fixierung des Meistertitels gesagt.

Beim Salzburger Trainingsauftakt am Samstag fehlte Sabitzer bereits - als Teamspieler ist der Grazer noch bis 2. Juli offiziell auf Urlaub. "Dann werden wir uns an einen Tisch setzen, über seine Zukunft sprechen und entscheiden, was für ihn und alle Beteiligten das Beste ist", kündigte Salzburg-Sportdirektor Christoph Freund an. Keine 24 Stunden später war die Entscheidung über die Zukunft des 21-Jährigen dann aber doch gefallen.