Erstellt am 29. September 2014, 10:36

Salzburg gegen Rapid wieder in alter Stärke. Nach drei Meisterschafts-Niederlagen in Folge hat Red Bull Salzburg am Sonntag zu alter Stärke zurückgefunden.

Der 2:1-Auswärtssieg im Schlager der Fußball-Bundesliga gegen Rapid war klarer als das Ergebnis vermuten lässt und macht den "Bullen" Hoffnung für das anstehende Europa-League-Match bei Astra Giurgiu am Donnerstag.

„Haben die richtige Antwort gegeben"

Trainer Adi Hütter war die Erleichterung nach dem Erfolg vor 25.300 Zuschauern im Happel-Stadion deutlich anzumerken. „Die Mannschaft hat zuletzt Hiebe bekommen, die Kritik war auch berechtigt. Jetzt haben wir aber die richtige Antwort gegeben", erklärte der Vorarlberger und bestätigte, dass der Druck vor der Partie groß gewesen sei. „Es war eine angespannte Situation - der WAC war sechs Punkte vor uns und Rapid ist uns mit drei Punkten Rückstand im Nacken gesessen. Deshalb war es ein wichtiger und absolut verdienter Sieg."

Den ersten Auswärtserfolg gegen Rapid nach zuletzt zwei Niederlagen führte Hütter auch auf eine Taktik-Änderung zurück - diesmal wurde auf das für Salzburg typische hohe Pressing verzichtet. „Wir sind momentan nicht in der Lage, so hoch zu pressen, weil die Sprintbereitschaft nicht so da ist", sagte der Ex-Teamspieler, und Marcel Sabitzer vermutete: "Vielleicht haben wir Rapid damit ein bisschen überrascht."

Die Hütteldorfer wollten der Salzburger Zurückhaltung jedoch keine allzu große Bedeutung beimessen. „Natürlich hätten wir sie anders erwartet, aber wir haben uns relativ schnell darauf eingestellt, es war nicht spielentscheidend", betonte Kapitän Steffen Hofmann. Sein Trainer Zoran Barisic meinte zu diesem Thema: „Adi hat diese Spielweise ja schon vor dem Match angekündigt, daher war es für uns keine Überraschung."

„Sie haben verdient gewonnen"

Ausschlaggebend für die Niederlage sei vor allem das generell starke Auftreten der Salzburger gewesen. „Sie haben verdient gewonnen, waren robuster, technisch besser und handlungsschneller als wir und haben im Gegensatz zu uns viele Chancen kreiert", gab Barisic zu. Dennoch ärgerte sich der Wiener über die Entstehung des vorentscheidenden 0:1 durch Massimo Bruno. „Auch wenn ein 0:0 schmeichelhaft gewesen wäre - dieses Tor darf so nicht passieren."

Edeljoker Bruno erzielte den Treffer in der 84. Minute nur 15 Sekunden nach seiner Einwechslung. „Mein Tor war für die Mannschaft sehr wichtig, und auch für mich. Denn es ist nicht einfach, ein Spiel von der Bank aus zu verfolgen", sagte der 21-jährige Belgier, der von Hütter bei seiner Einwechslung eine klare Anweisung bekommen hatte. „Ich habe ihm gesagt: 'Geh rein und mach das Tor.' Dass es so schnell passiert, hat mich überrascht", meinte Hütter.

Allerdings kommt Red Bulls Millioneneinkauf wohl weiterhin nicht an Sabitzer vorbei. Hütter war voll des Lobes für den gegen Bruno ausgetauschten ÖFB-Teamspieler, auch weil dieser die Schmähungen der Rapid-Fans wegsteckte. „Er war sehr fokussiert und von den äußeren Einflüssen unbeeindruckt", lobte der Salzburg-Coach den Ex-Rapidler. Trotz der beleidigenden Sprechchöre gab sich Sabitzer betont gelassen. "Vor dem Spiel hatte ich schon ein ungutes Gefühl, aber ich habe es gut rübergebracht. Es war halb so schlimm."

„Ich bin kein Alaba Nummer zwei"

Sabitzer dürfte am Dienstag ebenso im ÖFB-Teamkader für die EM-Qualifikationsspiele in Moldawien (9. Oktober) und daheim gegen Montenegro (12. Oktober) aufscheinen wie Valentino Lazaro. Der 18-Jährige musste aufgrund der langen Salzburger Ausfallsliste auf der für ihn ungewohnten Position des Rechtsverteidigers aushelfen und bot dabei vor den Augen von Teamchef Marcel Koller eine souveräne Leistung.

Prompt wurden Vergleiche mit David Alaba gezogen, der als gelernter Mittelfeldspieler in der Rolle des Außenverteidigers den Durchbruch schaffte. „Aber ich bin kein Alaba Nummer zwei", schmunzelte Lazaro. Dennoch ist der Teenager Einsätzen in der ÖFB-Viererkette nicht abgeneigt, zumal im Nationalteam kein Überangebot an Rechtsverteidigern herrscht. „Schauen wir einmal, was der Teamchef sagt. Wenn es für vorne nicht reicht, würde ich auch hinten spielen."

Zumindest sein Club-Trainer kann sich Lazaro mittelfristig rechts in der Viererkette vorstellen. „Aus einer Not werden gewisse Sachen geboren. Er könnte für die Zukunft eine Option auf dieser Position sein", erklärte Hütter.