Erstellt am 07. Oktober 2014, 11:27

von APA/Red

Leichte Entwarnung bei Ebola-Verdacht. Einen Tag nach Aktivierung des Ebola-Alarmplanes am Salzburger Landeskrankenhaus wegen eines 15-Jährigen aus Liberia stehen am Dienstag die Zeichen leicht auf Entwarnung.

 |  NOEN, Einsatzdoku.at

Bei dem Jugendlichen sei eine geringfügig überhöhte Körpertemperatur von 37,5 Grad festgestellt worden, ansonsten gebe es aber keinerlei Hinweise, dass er an Ebola erkrankt sei, hieß es seitens der Stadt Salzburg.

Der Jugendliche war am Montagnachmittag in der Nähe des Salzburger Hauptbahnhofes aufgegriffen worden. Offenbar schöpften die Polizisten bereits Verdacht, denn sie hielten zu dem Burschen einen Drei-Meter-Sicherheitsabstand, berichtete ein Mitarbeiter des Magistrates.

Junge pflegte an Ebola erkrankte Familie

Da der Afrikaner angab, vor zwei Monaten seine an Ebola erkrankten Angehörigen gepflegt zu haben, die später allesamt daran gestorben seien, wurde der Notfallplan aktiviert und der 15-Jährige im Landeskrankenhaus isoliert.

Da die Inkubationszeit bei Ebola zwei bis 21 Tage dauert, müsste sich der Bursch unterwegs auf der Flucht und nicht schon vor zwei Monaten bei der Pflege der Familie angesteckt haben.

Theoretisch könnte er aber auch an einer leichten Form erkrankt sein und Antikörper gebildet haben, sagte der Magistratsbedienstete. Auf jeden Fall seien zurzeit abgesehen von der leicht erhöhten Körpertemperatur keine Hinweise auf Ebola gegeben, weswegen nicht einmal eine Blutprobe ins Labor nach Marburg eingeschickt werde.

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) rechnet damit, dass bis Dienstagabend Klarheit über den Ebola-Verdachtsfall in Salzburg herrschen wird. Österreich sei jedenfalls "sehr gut gerüstet", versicherte sie.

Personal sei für Ernstfall gut geschult

Die Sektionsleiterin für Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Pamela Rendi-Wagner, sei in ständigem Kontakt zu Salzburg.

"Ob es wirklich ein Verdachtsfall ist, wird sich erst bestätigen", so die Gesundheitsministerin. Generell sei Österreich auf alle Eventualitäten vorbereitet, so Oberhauser weiter. Es gebe minutiöse Pläne für Isolation und Behandlung allfälliger Ebola-Patienten und das Personal sei gut geschult.