Erstellt am 05. August 2016, 16:57

von APA Red

Sieben Menschen in Höhle eingeschlossen. Im Salzburger Pinzgau sind seit Freitagnachmittag sieben Menschen in einer Höhle eingeschlossen. Diese hatten die Lamprechtshöhle bei St. Martin bei Lofer besichtigt, als wegen der starken Niederschläge plötzlich das Wasser stark anstieg und deshalb kein Herauskommen mehr möglich war.

 |  APA (Archiv/Symbolbild)

 "Es ist wieder das Hochwasser", sagte Gernot Salzmann von der Salzburger Höhlenrettung zur APA.

"Die Höhle geht bergauf und bergab, im Eingangsbereich steht das Wasser", sagte Rot-Kreuz-Sprecher Matthias Leinich zur APA. "Das ist wie ein Siphon." Das Problem sei, dass es sich um derart große Wassermengen handelt, dass diese nicht abgepumpt werden können.

Das Rote Kreuz bestätigte indes, dass es sich um insgesamt sieben eingeschlossene Menschen handelt. Unklar war, woher diese kommen. "Die Höhle geht bergauf und bergab, im Eingangsbereich steht das Wasser", sagte Rot-Kreuz-Sprecher Matthias Leinich zur APA. "Das ist wie ein Siphon." Das Problem sei, dass es sich um derart große Wassermengen handelt, dass diese nicht abgepumpt werden können.

Gegen 16.30 Uhr bestand aktuell keine Verbindung zu den Eingeschlossenen. Laut Leinich sind die Betroffenen aber nicht in akuter Gefahr. Da es in der Lamprechtshöhle bei starken Regenfällen immer wieder zu solchen Zwischenfällen kommt, seien innen in einem sicheren Bereich Decken und auch Notproviant gelagert. Derzeit könne man nichts anderes tun, als auf das Absinken des Wassers zu warten.

Die Alarmierung erfolgte um 15.22 Uhr, sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion. Höhlenretter und Polizei haben sich auf den Weg zur Höhle gemacht, um sich einen genaueren Überblick über die Lage zu verschaffen. Im Normalfall müssen die Eingeschlossenen warten, bis das Wasser wieder sinkt, dann können sie die Höhle problemlos verlassen.

In der Vergangenheit ist es schon mehrmals zu ähnlichen Zwischenfällen gekommen. So wurde für eine deutsche Urlaubergruppe am 29. Juni 2002 ein Ausflug in das Innere des Naturdenkmals zu einem ungewollten Abenteuer. Der in der Höhle verlaufende Bach begann rasch zu steigen, die Gäste wurden vom Wasser eingeschlossen. Eine 62-Jährige stürzte beim Versuch, trotz Überflutung des Weges den Ausgang zu erreichen. Sie zog sich einen Bruch zu. Am Abend konnten alle Besucher die Höhle ohne Gefahr verlassen.

16 Personen, darunter sechs Kinder, wurden von ebenfalls überraschend schnell steigendem Wasser am 5. September 1998 in der Lamprechtshöhle eingeschlossen. Polizei, Feuerwehr, Berg-, Wasser-und Höhlenrettung standen im Einsatz, die Gruppe konnte in den späten Abendstunden unversehrt geborgen werden.

Vier Deutsche wurden am 4. Jänner 1991 von Wassermassen in dem System eingeschlossen. Für die gut ausgerüsteten Nürnberger Höhlenforscher nahm die Expedition nach stundenlangem bangen Warten schließlich ein glückliches Ende. Eine 17-köpfige Rettungsmannschaft mit zwei Tauchern brachte die drei Männer und eine Frau in Sicherheit. Der letzte ähnliche Zwischenfall ereignete sich am 28. August 2013. Damals saßen 26 Menschen etliche Stunden unter der Erde fest.