Erstellt am 19. Oktober 2014, 12:25

Salzburg trotz Fehlern gegen Ried Ligaspitze. Meister Red Bull Salzburg geht am Donnerstag als Tabellenführer der Fußball-Bundesliga in das wichtige Europa-League-Heimspiel gegen Dinamo Zagreb.

Die Salzburger profitierten am Samstag von einer 1:2-Heimniederlage des bisherigen Spitzenreiters WAC gegen Grödig. Sie selbst tankten mit einem in der Schlussphase durch zwei Tore von Marcel Sabitzer sichergestellten 4:2 gegen Ried Selbstvertrauen.

Defensive Unzulänglichkeiten wie gegen den Vorletzten der heimischen Liga werden sich die Bullen gegen den kroatischen Meister aber nicht leisten dürfen. "Respekt vor Ried, aber Zagreb ist ein anderes Kaliber. Das ist noch eine Steigerung", meinte Salzburg-Trainer Adi Hütter, der erstmals auf eine Raute im Mittelfeld gesetzt hatte - ohne durchschlagenden Erfolg.

"Leben selbst schwer gemacht"

So viele Chancen sich die Salzburger auch herausspielten, in der Defensive wirkten sie fehleranfällig. "Wir haben uns immer wieder das Leben selbst schwer gemacht", sagte Hütter. "Nach vorne war es gut, defensiv aber teilweise fahrlässig." Dadurch gelang den Riedern zweimal der Ausgleich, ehe der eingewechselte Sabitzer nach einem vergebenen Elfmeter von Kapitän Jonatan Soriano noch zweimal zuschlug.

"Ich war enttäuscht, dass ich nicht von Beginn an gespielt habe", erklärte Sabitzer. "Aber ich habe dann die Antwort auf dem Platz gegeben. Ich wollte der Mannschaft einfach zum Sieg verhelfen." Für den 20-Jährigen waren es die Ligatore Nummer fünf und sechs im Salzburg-Dress. In 19 Pflichtspielen für die Bullen hat er bisher zehnmal getroffen.

Soriano weiterhin Top-Goalgetter

Eine ganz andere Quote hat Soriano. Der Spanier führt die Schützenliste nach einem weiteren Doppelpack mit 14 Toren in elf Ligaeinsätzen an. "Das Wichtigste sind die drei Punkte", betonte der 29-Jährige. Für Zagreb erwartet er sich eine Steigerung: "Wir müssen wieder wie früher spielen und besser kombinieren." Sturmkollege Alan war einmal mehr mit der Chancenverwertung unzufrieden. "Aber gerade solche Spiele muss man erst gewinnen."

Drei Punkte würden auch gegen Dinamo Zagreb guttun - alleine wegen der Tabellenkonstellation in EL-Gruppe D. Die Kroaten lauern einen Punkt hinter Celtic Glasgow und Salzburg auf Rang drei. "Zagreb ist mit Glasgow ein Mitaufstiegskandidat. Deshalb müssen wir das Heimspiel gewinnen", betonte Hütter, der nach dem Ried-Spiel auf Regeneration setzte.

Die Oberösterreicher wurden für einen couragierten Auftritt in Wals-Siezenheim nicht belohnt. "Ich kann mich nicht erinnern, dass eine Rieder Mannschaft jemals so viele Chancen hatte in Salzburg", sagte Trainer Oliver Glasner. "Aufgrund der Ausfälle war es eine sehr gute Leistung", meinte Manager Stefan Reiter. "Das stimmt mich positiv für die Zukunft."

Dennoch fehlen den Innviertlern in der Tabelle bereits vier Punkte auf das Mittelfeld - weil Grödig in Wolfsberg überraschte. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass wir für die Leistung endlich belohnt worden sind", erklärte Grödig-Trainer Michael Baur. WAC-Coach Dietmar Kühbauer wollte die Fehler intern zwar klar ansprechen, die dritte Saisonniederlage aber nicht überbewerten.

Nach neun Siegen in zwölf Spielen liegen die Kärntner immer noch acht Punkte vor dem Dritten Rapid. "In Wahrheit müssen wir auf den WAC schauen und nicht auf Rapid oder Austria", betonte Kühbauer gegenüber "Sky". "Wir müssen schauen, dass wir unsere Spiele gut bestreiten. Nächste Woche müssen wir wieder eine bessere Leistung bringen." Dann wartet ein Heimspiel gegen Aufsteiger Altach auf das Sensationsteam des ersten Saisondrittels.