Erstellt am 04. Oktober 2014, 10:23

Salzburg will gegen Neustadt Moral tanken. Meister Red Bull Salzburg empfängt am Sonntagabend (19.00 Uhr) zum Abschluss der elften Runde in der Fußball-Bundesliga seinen Lieblingsgegner.

In den jüngsten sechs Duellen mit Schlusslicht Wr. Neustadt haben die Salzburger immer zumindest fünf Tore erzielt - und nie mehr als eines erhalten. In keinem anderen Ligaspiel ist die Favoritenrolle derart klar verteilt.

Dazu haben die Bullen ihre jüngste Formkrise überwunden. Der Titelverteidiger will sich mit dem vierten Pflichtspielsieg in Serie in die Länderspielpause verabschieden. "Die Mannschaft ist klar auf dem Weg nach oben", meinte Salzburg-Trainer Adi Hütter. "Die Situation ist jetzt freundlicher. Wir sind noch nicht ganz dort. Aber ich bin guten Mutes, dass die Mannschaft wieder dorthin kommt, wo wir sie alle haben wollen."

"Haben an einigen Rädchen zu drehen"

Das Pressing hat seit dem Aus in der Champions-League-Qualifikation in Malmö nicht mehr wie gewohnt funktioniert. Zuletzt agierten die Bullen gegen den Ball etwas vorsichtiger - mit Erfolg. Hütter: "In dieser Phase waren Ergebnisse das Wichtigste, die haben wir geholt." Im Cup, in der Meisterschaft und zuletzt am Donnerstag auch in der Europa League beim 2:1-Sieg gegen Astra Giurgiu in Rumänien.

Nun werde verstärkt daran gearbeitet, im Spiel wieder "ein klares Gesicht" zu haben. "Wir haben an einigen Rädchen zu drehen. Unsere Mechanismen müssen wieder besser funktionieren, das ist der harte Weg zurück", sagte Hütter. Nach Malmö habe er die Leichtigkeit vermisst. Diese sei mittlerweile zurückgekehrt. "Die Spieler lachen wieder, aber das Selbstvertrauen ist noch nicht bei 100 Prozent."

Gegen Wr. Neustadt bietet sich die Gelegenheit, etwas dafür zu tun. Die vergangenen acht Duelle hat Salzburg allesamt gewonnen - bei einem Torverhältnis von 40:4. Alleine Kapitän Jonatan Soriano hat in elf Einsätzen gegen die Niederösterreicher bisher 18 Tore erzielt. Der Führende der Schützenliste dürfte trotz einer Zeigefingerverletzung, die er sich in Giurgiu zugezogen hat, spielen können.

Innenverteidiger Andre Ramalho fehlt gesperrt, Hütter wird seine Elf im fünften Spiel innerhalb von 18 Tagen verändern. "Es kann sein, dass ich auf gewissen Positionen rotieren werde." Die jüngsten beiden Ligaheimspiele gingen verloren. In der Tabelle beträgt der Rückstand auf Sensationstabellenführer WAC, der am Samstag (16.00 Uhr) bei der Austria gastiert, vorerst drei Punkte.

Wr. Neustadt fehlen nach einer 0:1-Heimniederlage im direkten Duell zwei Zähler auf den Vorletzten Ried. "Ich erwarte mir Null Komma Josef, die Spieler sollen aber mit Überzeugung rausgehen", sagte Trainer Heimo Pfeifenberger vor dem Gastspiel beim Titelfavoriten. "Wir hoffen immer auf etwas Besonderes. Gegen sie ist es aber sehr schwer, weil sie viel Klasse haben. Du brauchst nicht nur eine besondere Leistung, sondern auch viel Glück."

In den vergangenen 14 Ligaspielen haben die Neustädter gegen Salzburg nur zwei Punkte geholt. Gewonnen haben sie auswärts überhaupt noch nie. "Nur hinten reinstellen bringt nichts, zu sehr mitspielen aber auch nicht. Wir müssen versuchen, sie vom Strafraum wegzuhalten", erklärte Pfeifenberger. Trotz dreier Niederlagen in Folge sei die Stimmung gut. "Wir sind sehr realistisch und bleiben als Mannschaft sehr lange ruhig."